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Angst vor der Burnout-Falle?

Erstellt am: 28.09.2018 | Kategorie: Marketing & Sales,
Angst vor der Burnout-Falle?

Schritt für Schritt bergab: Burn-out ist ein langwieriger Prozess, der unerbittlich voranschreitet.

Serie von Prof. Seiwert zum Thema „Umgang mit Stress“ Teil 3

Angst vor der Burnout-Falle?

Oder anders gefragt: Von Ihren 168 Wochenstunden verbringen Sie wie viel mit Arbeit? 40, 50, 60 oder gar 80? Tut Ihnen das gut? Oder nimmt die Arbeit zu viel Platz in Ihrem Leben ein? Dann verlassen Sie Ihre optimale Lebensbahn. Nur durch ständigen Wechsel zwischen den Extrempunkten kommt es zu einer geradlinigen Vorwärtsbewegung.

Eine Lexmark-Umfrage unter europäischen Managern zeigte: Deutsche Führungskräfte sind generell überlastet. Die europäischen Kollegen in Spanien oder Frankreich arbeiten weniger und verwenden ihre Freizeit seltener für Kundenpflege oder Geschäftsreisen. Vielarbeiter findet man aber nicht nur unter Managern. Arbeitssucht ist zu einem gefährlichen Massenphänomen in Deutschland geworden. Hunderttausende rackern sich maßlos und selbstzerstörerisch in ihrem Job ab. Viele sind unzufrieden mit ihrer Arbeit und nehmen sie auch noch nach Dienstschluss mit nach Hause. Mehr als ein Viertel der Arbeitnehmer können kaum richtig abschalten, so die DGB-Umfrage „Gute Arbeit“ (www.dgb-index-gutearbeit.de), weil sie für ihr Unternehmen auch nach Feierabend und am Wochenende erreichbar sein sollen. Die Folgen sind oft: Herzinfarkt, Hörsturz, Burn-out.

Nicht jeder empfindet Stress gleich

Es gibt Menschen, die arbeiten, weil es sie glücklich macht, weil es sie „erfüllt“, weil sie eins sind mit ihrer Tätigkeit. Der Psychologe Dr. Steven Reiss sagt: Ein Workaholic muss nicht deswegen jede Menge arbeiten, weil er eine innere Leere ausfüllen oder vor Lebensproblemen flüchten will. Er hat vielmehr vielleicht ein ausgeprägtes Interesse an Macht, Leistung oder Status.

„Nichts zu tun erschöpft mich. Wenn ich arbeite, entspanne ich mich.“ - Pablo Picasso

Lang die Arbeitstage, kurz die Wochenenden: Die Arbeit macht Spaß. Ein unerschöpflicher Energiestrom treibt zu Höchstleistungen an. Und plötzlich scheint jemand den Stecker rauszuziehen. Der Kopf ist schwer, die Nackenmuskeln schmerzen, bleierne Erschöpfung macht sich in jeder Körperzelle breit. Die Batterie ist leer, die Seele ist Asche. Alles ist einem zu viel, nichts geht mehr: Burn-out. Treffen kann es jeden, die Hausfrau und Mutter, den Politiker und die Ärztin, den Lehrer und die Managerin – in Deutschland leiden rund fünf Millionen Menschen an totaler Erschöpfung, und täglich werden es mehr. Sie haben die Balance zwischen ihren Lebensbereichen verloren.

Im Schnitt dauert es meist sieben Jahre, bis einen die Überforderung im Job und/ oder Privatleben plötzlich in den Zustand extremer Erschöpfung katapultiert. Auf dem Weg dorthin treten viele Symptome auf, die meist nicht ernst genommen werden, wie Schlafstörungen, Rückenbeschwerden, Tinnitus, Migräne, Magenprobleme, geschwächtes Immunsystem, Asthma, Bluthochdruck, Herzprobleme, Depressionen, Ängste.

Wen trifft es?

Es trifft die besonders Tüchtigen. Menschen mit ausgeprägtem Pflichtbewusstsein. Kopfmenschen, die ihre Gefühle unterdrücken. „Ich-muss-perfekt-sein“-Menschen, die so lange mit ihrem eigenen Leistungsanspruch ringen, bis es eben nicht mehr geht.

Erster Schritt:

• Es beginnt alles mit dem Wunsch, sich zu beweisen. Dieser aber treibt einen in den Zwang, sich noch mehr anzustrengen, noch mehr zu leisten bzw. es allen recht zu machen.

• Man nimmt jeden Auftrag an, sagt immer seltener Nein. Jettet von Termin zu Termin. Und man nimmt abends die Arbeit mit nach Hause.

Zweiter Schritt:

• Man nimmt seine eigenen Bedürfnisse nicht mehr wahr. Schläft zu wenig, isst hastig oder gar nichts. Sagt den Kinobesuch mit Freunden ab.

Dritter Schritt:

• Man missachtet die Warnsignale des Körpers, wie Schlafstörungen, Verspannungen, Kopfschmerzen, hoher Blutdruck, flaches Atmen, Konzentrationsschwäche.

Vierter Schritt:

• Um wieder funktionieren zu können, greifen manche Menschen zu Drogen wie Schmerzmitteln, Schlaftabletten, Alkohol, Aufputschern.

Fünfter Schritt:

• Das eigene Wertesystem verändert sich. Die Freunde sind langweilig, der Besuch mit dem Kollegen im Café ist verschwendete Zeit.

• Die Probleme mit dem Partner oder mit der Familie nimmt man einfach nicht mehr wahr. Man zieht sich zurück aus gesellschaftlichen Kontakten. Und endet oft in völliger Isolation.

Sechster Schritt:

• Die Persönlichkeit verändert sich. Alles dreht sich nur noch darum, zu funktionieren, zu arbeiten. Gefühle und Emotionen werden verdrängt.
• Man verliert den Humor, reagiert mit Schärfe und Sarkasmus, empfindet Verachtung für Menschen, die das Faulsein genießen. Man verhärtet.

Siebter Schritt:

• Man verliert das Gefühl für die eigene Persönlichkeit. Spürt nur noch Gereiztheit, Schmerzen, Erschöpfung, Überlastung, Angst vor einem Zusammenbruch. Sonst spürt man nichts mehr: Keine Freude, keine Fröhlichkeit, keine Neugierde.

• Der Mensch funktioniert wie eine Maschine. Die Seele erstarrt.

Achter Schritt - ins Aus:

• Die wachsende innere Leere, genährt von dem Gedanken – ins Aus „Wenn ich nicht arbeite, was bin ich dann?“ führt zur Depression, zur völligen Erschöpfung, zum Zusammenbruch, zum Ausgebranntsein.

Selbsttest

Stress erleben wir tagtäglich: Zeitdruck, Termine, Hektik, Beruf, Familie, Haushalt, Hausaufgaben etc. Niemand kann immer ausgeglichen und gelassen bleiben. Stress ist auch eine wichtige intelligente Reaktion unseres Organismus, um Probleme besser bewältigen zu können. Früher konnten wir z. B. dem Säbelzahntiger schnell entfliehen oder sofort angreifen und kämpfen. Zu hoher Stress aber führt zu dauerhafter Überbelastung in Beruf und Familie bis hin zum totalen Zusammenbruch, dem Burn-out-Syndrom. Kreuzen Sie an, was auf Sie zutrifft:

 

Raus aus der Falle

Das ist ebenfalls ein langwieriger Prozess. Erst müssen die körperlichen Symptome gelindert werden und dann braucht die Seele Hilfe. „Wir sind keine Panzerknacker,“ sagt Tilla Fischer, Psychotherapeutin der Habichtswald-Klinik in Kassel (www.ayurveda-klinik.de). Dorthin kommen viele Führungskräfte, aber auch durch Beruf und Familie überlastete Frauen, die ausgebrannt sind. „Wir brauchen Zeit, um den harten Panzer abzubauen, zu den Gefühlen durchzudringen und die Emotionen wieder freizulegen.“

Menschen, die nach ihrem individuellen Tempo leben, brennen nicht aus.

Behandelt wird das Syndrom mit Schulmedizin,Traditioneller Chinesischer Medizin, Ayurveda, Homöopathie, psychotherapeutischen Methoden, Bewegung und natürlich Entspannungstechniken: Atemtherapie, Tanztherapie, Yoga, Meditation. Das Ziel: Die Betroffenen sollen ihre eigenen seelischen und körperlichen Interessen wiederent - decken, sich spüren, Gefühle zulassen, lachen und weinen. Sie lernen, ihre Bedürfnisse zu äußern, Nein zu sagen, um Hilfe zu bitten, den Perfektionismus abzulegen. Und sie lernen, das eigene Tempo neu zu bestimmen – sie entdecken ihre individuelle Langsamkeit.

Was schützt uns?

Einen Schutz gegen Burn-out haben die Menschen, die es schaffen, sich auf ihre Wohlfühl-Zeitinseln zurückzuziehen. Sie können zwar 16 Stunden durcharbeiten, suchen aber immer wieder ihre kleinen Inseln auf, wo sie auftanken: abends beim Wein mit Freunden, bei einem langen Wochenende in den Bergen, usw. Sie spüren sich, ihre Emotionen, ihre Bedürfnisse, den Sinn ihres Lebens – und verlieren auch nie den Bezug zu den anderen Menschen, der Kraftquelle des Lebens. Das sind Menschen, die Sinn empfinden in dem, was sie tun. Die mit dem Herzen, mit Freude dabei sind. Die sich nicht hundertprozentig funktionalisieren lassen. Denn: Menschen, die nach ihrem individuellen Tempo leben, brennen nicht aus.

Das Buch zum Thema

Seiwert, Lothar: Zeit ist Leben, Leben ist Zeit. Die Probleme mit der Zeit lösen // Die Chancen der Zeit nutzen.
2. Aufl. München: Ariston 2013, 320 Seiten
ISBN 978-3-424-20075-1
16,99 Euro, www.lothar-seiwert.de

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: © Robert Kneschke - Fotolia.com

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