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Burnout? Nicht mit mir!

Erstellt am: 26.04.2017 | Kategorie: Gesundheit, Self-Management,
Burnout? Nicht mit mir!

Das Krankheitsbild „Burnout“ ist erst vor wenigen Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Ganzheitliche Therapie-Ansätze gegen Burnout beinhalten auch körperliche Maßnahmen wie Physiotherapie und spezielle Trainingsformen. Und nicht zuletzt sind auch in der Fitness- & Gesundheitsbranche Unternehmer und Angestellte von Burnout bedroht. F&G-Gastautorin Karin Probst erklärt, wie Sie mit Egoismus, Faulheit und Güte einem Burnout vorbeugen können.

Kehren Sie auch immer öfter abends von der Arbeit mit dem Eindruck nach Hause zurück, die Aufgaben des Tages nicht bewältigt zu haben? Vor dem Einschlafen wird gegrübelt und auch der Schlaf bringt keine Ruhe. Es fällt einem so vieles ein, was noch zu erledigen gewesen wäre. Jetzt kommt es darauf an, wieder das Gefühl der Mühelosigkeit zu erreichen. Den Punkt zu finden, an dem einem die Dinge leicht von der Hand gehen und ein stimmiges Reagieren auf die ­Herausforderungen des Alltags möglich ist – ob im beruflichen oder privaten Umfeld.

Balance aus Ruhe und Aktivität

Können wir eigentlich noch gut NICHTS tun? Tagträumen? Das ist für unser Gehirn pures Auftanken: In dem Augenblick, in dem wir äußerlich zur Ruhe kommen, nichts mehr müssen oder wollen, sondern nur noch sind. In diesem Moment geht die Arbeit im Gehirn los. Jetzt wird dort aufgeräumt, Wissen verankert, ausgemistet, um wieder bereit zu sein für Neues. Vielleicht kennen Sie das ja, Sie denken über ein Problem nach, machen sich einen Kaffee – und prompt fällt Ihnen die Lösung ein. Im Nichtstun sozusagen. Und genau das scheint die Kunst zu sein, die in unseren qualitätsbewussten und auf Effizienz getrimmten Arbeitsprozessen zu wenig Beachtung erfährt. Burnout ist letztlich die Folge einer langen Zeit, in der die Antagonisten geben und nehmen, Aktivität und Ruhe nicht ausgewogen waren und der Körper diese Rhythmisierung verlernt hat.

Je mehr wir nichts tun können, desto mehr schaffen wir! Ist das nicht ein schönes Paradoxon? Je mehr wir eine Situation annehmen, so wie sie ist, desto mehr können wir diese ver­ändern. Bill Gates soll einmal gesagt haben: „I will always choose a lazy ­person to do a difficult job. Because he will definitely find an easy way to do it“. Das scheint auch die Aufgabe im Stressmanagement zu sein: den Punkt zu finden, an dem es leicht geht. Möglich ist das durch die Achtsamkeit auf das, was einem wichtig ist. Und genau damit wären wir beim Egoismus angelangt.

Eigene Bedürfnisse ­befriedigen

Zunächst ist alles Tun davon gesteuert, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse befriedigen wollen. Also nicht nur Essen und Schlafen, sondern zum Beispiel ebenso Effizienz, Harmonie oder Respekt. Anderen zu helfen, ist ein Grundbedürfnis von uns, ein sehr ausgeprägtes sogar. Und immer dann, wenn wir etwas tun, was unsere Bedürfnisse erfüllt, erfahren wir Freude und Zufriedenheit. Eine bessere Burnout-Prävention gibt es nicht. Das Bewusstwerden der schönen Momente im Alltag, ein Lächeln, ein intensiver Austausch oder ein guter Kaffee wirken sich auf unsere Gesundheit, Psyche, ja selbst auf die neuronalen Strukturen aus.

Die hormonelle Stressreaktion be­fähigt uns zum Töten oder Fliehen – ganz so, wie es in der Evolution bisher Sinn gemacht hat. Heutzutage können wir Probleme jedoch kaum noch durch den Einsatz von Muskeln lösen und bräuchten doch vielmehr Ideen, Flexibilität und den Lern-Turbo Glück. Nur leider deaktivieren die Stresshormone die Großhirnrinde und, was zu den psychosomatischen Auswirkungen führt, auch die Thymusdrüse, die für die Immunabwehr zuständig ist. Diese Drüse, die hinter dem Brustbein liegt, überwacht den gesamten Energiestrom im Körper und wird unter Stress oder abwertenden Gedanken geschwächt. Experten sprechen davon, dass jeder Moment, in dem Sie sich ärgern, Ihr Leben um 0,6 Minuten verkürzt.

Stressauslöser

Stress wird immer dann ausgelöst, wenn eine Bedürfniserfüllung als gefährdet angesehen wird. Das heißt also, Konflikte entstehen vielfach durch unsere Bewertung. So lesen manche das Zuspätkommen des Kollegen vielleicht als mangelnde Wertschätzung und handeln aufgrund dieser Deutung. Probieren Sie es aus: Wenn Sie an eine Stress-Situation der letzten Tage denken, wissen Sie auf Anhieb, welches Gefühl, welcher Wert hier bei Ihnen verletzt war? Und können Sie sich auch freundlich in die Bedürfnisse Ihres Konfliktpartners einfühlen?

Das ist meist gar nicht so leicht, jedoch das Grundhandwerk für ein effizientes Stressmanagement. Die stressbedingte Erschöpfung wird oft dadurch ausgelöst, dass das Verlangen nach Anerkennung oder Selbstbestimmung als verletzt angesehen wird und man es zu lange versäumt hat, die eigenen Bedürfnisse genauso wichtig zu nehmen, wie die von Familie und Beruf. Eine regelmäßige Reflexion darüber, welche Wünsche gerade erfüllt und welche Bedürfnisse soeben weder gehört noch erfüllt werden, kann helfen, erst gar nicht in die Schieflage zu kommen Egoismus heißt in der Burn­out-Prävention nicht, dass Sie nur noch die eigenen Belange rücksichtslos durchsetzen, sondern in einem Akt der Selbstliebe täglich neu entscheiden, wo es besser ist, NEIN zu den Bedürfnissen anderer zu sagen – und damit JA zu den eigenen. Und: ohne Schuldgefühle sowohl dem eigenen Verlangen als auch dem der anderen freundlich gegenüberzustehen.

Menschen sind unperfekt

Güte bedeutet, dem Grundgedanken zu folgen, dass es jeder immer so gut macht, wie er es eben im Moment kann. Und dass das jeweilige Handeln vielleicht nicht immer die beste Strategie ist, die zugrunde liegenden Bedürfnisse zu erfüllen. Kennen Sie das nicht auch, dass Sie sich abends überlegen: „Warum hast du da nicht so und warum da so gehandelt?“ Ganz einfach, weil Sie unter Stress nicht denken können. Unser System ist programmiert auf Problemlösung durch Flucht oder Angriff – und leider nicht auf gütiges, empathisches und lösungsorientiertes Suchen nach einem Konsens, der beiden guttut. Grund genug also, Gespräche zu vertagen, wenn Sie merken, dass Sie gestresst sind. Sie müssen nicht immer schlagfertig sein. Erlauben Sie sich ruhig, überrascht zu sein – bei manchen Vorwürfen oder Unterstellungen ist es sicher besser zu sagen: „Jetzt bin ich erstmal sprachlos – könnten wir uns morgen um 10 Uhr nochmals treffen?“

Leider nehmen viele Menschen die Symptome, wie beispielsweise schlechter Schlaf oder zunehmende Gereiztheit, erst dann richtig wahr und auch ernst, wenn es für Kurzzeit- Interventionen schon zu spät ist. Mittlerweile leidet jeder dritte Bundesbürger an den Folgen der stressbedingten Erschöpfung und laut WHO ist Stress die Volkskrankheit Nr. 1. Zeit also, wirksame Techniken anzuwenden, die schnell im Alltag helfen – und nicht noch mehr Stress machen, weil man täglich mindestens eine Stunde joggen oder meditieren ­müsste.                                  

Karin Probst

Bildnachweis: Fotolia

 

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