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Das Gleichgewicht finden

Erstellt am: 19.12.2017 | Kategorie: Self-Management,
Das Gleichgewicht finden

Im zweiten Teil der Serie hinterfragt Prof. Dr. Lothar Seiwert unsere Arbeitsmoral. Um erfolgreich statt krank zu werden, stellt er das Konzept der Engpass-Konzentrierten Strategie (EKS) vor. Dessen Credo ist: Fokussieren Sie sich auf ihre Stärken.

Wir richten uns ein in einem Gefängnis der Termine und Pflichten. Der Job strukturiert den Tag, die Woche, das Jahr. Und obwohl wir mehr Freizeit haben denn je, kennen wir keine Frei-Zeit. Wir kennen Arbeitsmoral. Das kennt die Natur nicht. Neben der Erwerbstätigkeit gibt es das eigentliche Leben, und das kommt zu kurz. Freizeit – die von der Arbeit freie Zeit – wird zur Aktivzeit. Die Zeit frei von Aktivitäten, frei von Verpflichtungen existiert nicht mehr. Der Aktenkoffer kommt mit in den Feierabend, für die Fitness macht man einen Termin genauso wie für die Seele, für die Sinne, für das Glück. Das Wochenende ist bis zur letzten Stunde verplant. Die Urlaubszeit vertreibt das gebuchte Abenteuer oder der Animateur.

Organisierte Betriebsamkeit

Die Folgen: Uns ist alles zu viel. Machen Körper und Seele nicht mit, erkranken wir an Burn-out, der totalen Erschöpfung, oder an Hurry-Sickness, der Hetzkrankheit, Endstation: Herzinfarkt. Unser Gefängnis heißt »organisierte Betriebsamkeit« und der Wärter: Leistungsdenken. Was denkt der Partner, der Nachbar, der Kollege, der Chef? Was liegt auf dem Konto? Und darauf bauen viele ihr Selbstwertgefühl. Emsig wie die Ameisen sind wir damit beschäftigt, die Dinge richtig zu tun, statt die richtigen Dinge zu tun – oder zu lassen. Schließlich haben wir es als Kind schon gelernt: »Häng nicht rum, gammel nicht, sei nicht so faul. Beschäftige dich.« Und irgendwann – das ist mit Drogen so – wird die Beschäftigung zur Sucht.

Das Konzept der Engpass-Konzentrierten-Strategie

Dabei ist der Weg zum Erfolg in greifbarer Nähe – mit der richtigen Strategie. Es gibt Gesetzmäßigkeiten, die für soziale Systeme, Unternehmen und Einzelpersonen gleichermaßen gelten und die Basis für Glück und Erfolg darstellen. Die folgenden Grundprinzipien sind angelehnt an das Konzept der Engpass-Konzentrierten Strategie (EKS) von Wolfgang Mewes.

  • Konzentration: Es geht viel Energie verloren, wenn wir uns für zu viele Dinge gleichzeitig engagieren – oder besser: verzetteln.

In Vorträgen demonstriere ich das folgendermaßen: Ich hole einen kräftig gebauten Teilnehmer nach vorn, der ein Stück Holz mit einem Hammer teilen soll. Geht nicht. Unmöglich. Der Teilnehmer haut mit großem Karacho auf das Holz – und die gesamte Kraft und Energie verpufft. Die Erfolgsstrategie heißt: Kräfte wirkungsvoll einsetzen. Dann hole ich eine zarte Teilnehmerin nach vorn, der ich ein Beil in die Hand drücke. Und siehe da, sie spaltet das Holz mühelos. Obwohl sie weniger Kräfte zur Verfügung hat, erzielt sie eine größere Wirkung, weil die Form der Axt ihre Kräfte konzentriert. Dieses Prinzip gilt universell für alle Bereiche des Lebens. Wenn wir unsere Kräfte spitz konzentrieren, statt uns breit zu verzetteln, überwinden wir Widerstände einfacher und erzielen mit dem, was wir tun, eine größere Wirkung. Und das geht ganz einfach: Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken.

  • Spezialisierung: Hat man seine Kernkompetenzen erkannt und definiert, sollte man diese einsetzen und vorantreiben.

Der Chirurg, der sich auf Herzen spezialisiert hat, sollte sich nicht auch noch Facelifting zum Fachgebiet machen. Der Autor, der Sachbuch-Bestseller schreibt, tut sich und anderen mit einem Roman selten etwas Gutes. Der Werbeagentur, die sich
 auf Banken spezialisiert hat, fehlt die Kompetenz für Mode. Die Sekretärin, die vier Fremdsprachen beherrscht, muss nicht auch noch die Buchhaltung übernehmen. Statt in die Breite zu gehen, sollte man seine Kernkompetenz vorantreiben. Und auch die Kollegen und den Arbeitgeber davon überzeugen. Was man kann, festigt sich durch Wiederholung, und man wird immer besser. Man wird zum Spezialisten. Und die sind immer gefragt.

  • Nutzen: Die Evolution hat gezeigt, dass der Mensch am erfolgreichsten und glücklichsten ist, wenn er es verstanden hat, mit seiner Umwelt in bestmöglicher Harmonie zu leben. Nicht konkurrieren, sondern kooperieren.

Und das heißt, sich darauf zu konzentrieren, anderen – das können der Kunde sein, die Kinder, der Partner, der Chef, die Kollegen – den größten Nutzen zu bieten. Das nennt man altruistisches Denken statt egozentrisches Denken. Fragen Sie sich nicht länger: Was will ich? Sondern: Wo nützt das, was ich tue (mir Spaß macht, ich kann), anderen am meisten? Wenn Sie mehr Nutzen bieten, als Ihre Umwelt von Ihnen erwartet oder von anderen bekommen kann, kommt das wieder zu Ihnen zurück – in Form von Erfolg. Langfristig erfolgreiche Unternehmen haben stets alles darangesetzt, ihren Kunden den optimalen Nutzen zu bieten. Henry Ford stellte beispielsweise fest, dass es in den USA aufgrund der riesigen Entfernungen einen großen Bedarf an Automobilen gab. Allerdings konnten sich die meisten Menschen den Kauf der teuren Fahrzeuge nicht leisten, geschweige denn Reparaturen. Er entwickelte daraufhin das bekannte Modell T, das sowohl preiswert als auch robust und von jedem selbst zu reparieren war.

  • n Nische: Der Naturforscher Justus von Liebig entdeckte, dass eine Pflanze vier Elemente zum Wachstum benötigt. Fehlt nur eines, wächst sie nicht weiter – selbst dann nicht, wenn alle anderen Faktoren im Überfluss vorhanden sind. Erst wenn man ihr das fehlende Element wieder zuführt, wächst die Pflanze. Auf dieses Element, diese Nische, gilt es, sich im Leben, in der Arbeit konzentrieren. Einen Engpass suchen, etwas tun, was möglichst noch nicht besetzt ist.

Wo kann ich mich von anderen deutlich unterscheiden? Mit meinen Sprachkenntnissen, mit meiner Fingerfertigkeit, mit meiner Fähigkeit zu schreiben, fröhlich zu kommunizieren oder zu konzipieren, mit einer genialen Idee... Tun Sie das nämlich
 nicht, wird Ihre Leistung nur über den 
Preis definiert. Gibt es viele Personal Trainer, nimmt man eben den billigsten. Suchen Sie Ihre Marktnische,
diesen Engpass bei Ihrem Kunden, Ihrer Firma oder Ihrem Chef. Und helfen Sie ihm beim Wachsen. Das ist Ihr Weg zum Erfolg.

Prof. Dr. Lothar Seiwert


 

Was machen Sie gern?

Fokussieren Sie sich auf Ihre Stärken. Jeder Mensch hat ein Lebenszeitkonto. Machen Sie sich jetzt gleich 30 Minuten lang Gedanken darüber, ob und mit was Sie Ihre Lebenszeit hektisch verprassen und für was Sie sie sinnvoll investieren. Das tun Sie am einfachsten, indem Sie sich zwei Fragen stellen:

  • Tue ich etwas gern?
  • Mache ich es gut?

Wenn Sie etwas nicht gern und auch nicht gut tun, ist es doch intelligenter und strategisch sinnvoller, es aus Ihrem Leben zu verbannen bzw. an andere zu delegieren. Denn in der Zeit, die Sie dadurch gewinnen, können Sie etwas tun, das Sie können, das Euros bringt – und Spaß macht.

Bildnachweis: Fotolia

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