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Deutsche Sportwissenschaftler raten vom EMS-Gruppentraining ab

Erstellt am: 03.07.2017 | Kategorie: EMS-Training,
Deutsche Sportwissenschaftler raten vom EMS-Gruppentraining ab

Das Gruppentraining wird als Fitnessangebot immer beliebter. In mehr oder weniger kleinen Gruppen geht man dabei unter Anleitung eines Trainers gemeinschaftlich an seine Grenzen bzw. nähert sich dem vorgegebenen Trainingsziel an. Nach diesem Prinzip werden heute zahlreiche sportliche Aktivitäten angeboten. Zu den beliebtesten Kursen zählen Aerobic, AquaFit, Yoga, Pilates oder Cycling, aber auch intensivere Trainingsprogramme wie Bodypump oder H.I.T.T. finden begeisterte Fans.

Allen Formen des Gruppentrainings haben gemeinsam, dass je ein einzelner Trainer oder eine Trainerin zugleich die gesamte Gruppe betreut, die zumeist aus weit mehr als drei Trainierenden besteht.

Tatsächlich ist das ‚Konzept Gruppentraining‘ mit einer Reihe von Vorteilen verbunden: Den meisten Trainierenden macht das gemeinschaftliche Workout besonders großen Spaß, es wirkt sind günstig auf die Motivation aus und bei einigen Sportarten wird das Angebot erst durch das Gruppentraining bezahlbar. Der Grund dafür ist das spezifische Betreuungsmodell (1zuX), das mit einem einzelnen qualifizierten Trainer auskommt, was für eine sinnvolle Betreuung bei den genannten Sportarten auch völlig ausreichend ist.
Prinzipiell jedoch muss vom Gruppentraining genau dann abgeraten werden, wenn letzteres nicht Fall ist und die entsprechende Sportart eine größere Betreuungsintensivität erfordert, als beim Gruppentraining möglich ist.

EMS- oder Ganzkörper-EMS Training mit speziellen Anforderungen für Trainer und Trainierende

In diesem Sinne warnen führende Sportwissenschaftler seit längerem davor, das EMS- oder Ganzkörper-EMS Training, außerhalb der engen Betreuung eines Personal Trainings mit einem Betreuungsverhältnis 1zu1 oder 1zu2 anzubieten. Ein EMS-Gruppentraining wie es heute vereinzelt angeboten wird, kommt demnach nicht in Frage.

Für diese Einschätzung der Sportwissenschaftler und EMS Experten gibt es gute Gründe. Aufgabe des Trainers beim EMS Training ist nämlich nicht nur, die korrekte Ausführung der Übungen bzw. Bewegungen zu gewährleisten. Denn beim EMS-Training wird ein wesentlicher Teil der Belastung durch die intensive, elektrische Muskelstimulation erreicht.

Die Intensität dieser Belastung muss jedoch stets der individuellen Belastbarkeit der Trainierenden angepasst und ggf. sofort verringert werden können, was somit zu einer entscheidenden, zusätzlichen Verantwortung des Trainers führt. Der Trainer muss den Reiz nicht nur individuell und gezielt setzen, sondern zu jedem Zeitpunkt auch in der Lage sein, bei jedem einzelnen Trainierenden die Spannung zu verringern oder das Gerät abzuschalten. Nur so kann eine beim EMS-Training schnell erzeugbare und gesundheitsgefährdende Überlastung mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

Seit einiger Zeit formulieren daher die Experten der Sporthochschule Köln sowie der Universitäten Kaiserslautern und Erlangen-Nürnberg Sicherheitsstandards für das EMS Training. Neben technischen Aspekten betreffen diese vor allem den Betreuungsschlüssel bzw. das quantitative Verhältnis von Trainer pro Trainierendem, das ein sicheres und effektives Training erlaubt. Da die stets individuell zu konfigurierende Belastung eine größere Betreuungsintensivität fordert, um die Sicherheit sowie die Effektivität des Trainings zu gewährleisten, ist man sich darüber einig, dass ein Betreuungsschlüssel von 1zu2 nicht zu überschreiten ist. Damit ist aber, so die gemeinsame Position der Sportwissenschaftler, das ‚Konzept Gruppentraining‘ nicht ohne weiteres auf das EMS-Training übertragbar.

Akkurate Bewegungskontrolle und Sicherheitsaspekte erfordern ein enge Betreuung

Professor Dr. Wolfgang Kemmler, Forschungsleiter für medizinische Physik an der Universität Erlangen-Nürnberg, erklärt zur Diskussion der EMS-Sicherheit:

„Die Frage des Betreuungsschlüssels beim Elektromyostimulations-Training wird von verschiedenen Anbietern unterschiedlich verargumentiert und beantwortet. Ansätze, die über die von uns vorgeschlagenen zwei Übenden je Trainer hinausgehen, argumentieren mit „standardisierten Übungsprotokollen“, durch die der Übungsleiter entlastet werden soll und somit deutlich mehr Personen gleichzeitig beüben kann. Wir, als wissenschaftlich forschende Einrichtung sehen diese Vorgehensweise aus mehrerer Hinsicht als sehr kritisch an. So bezieht sich dieser „standardisierte Ansatz“ immer lediglich auf die durchgeführte Körperübung. Eine videounterstützte Bewegungsvorgabe ist zur Sicherstellung der korrekten Ausführung aber nur bedingt hilfreich. Vielmehr bedarf es dabei einer akkuraten Bewegungskontrolle und Korrektur des erfahrenen und lizensierten Übungsleiters um Effektivität und Sicherheit gleichermaßen zu gewährleisten.“

Beim EMS Training sei nicht allein richtige Ausführung der Übungen von Bedeutung, sondern vor allem, dass eine angemessene Trainingsbelastung eingestellt ist, die den Trainierenden zwar fordert, aber niemals überfordert oder gar schädigt. Die Korrektur der Reizintensität muss bei jedem Trainierenden und zu jedem Zeitpunkt durch den Trainer durchführbar sein. Vor allem deshalb ist für Prof. Kemmler eine intensive Betreuung des EMS Trainings erforderlich, die das Angebot ‚EMS als Gruppentraining‘ ausschließt:

„Nochmals deutlich relevanter als die Körperübung per se ist die Frage der Intensitätsregelung. Gerade hier ist durch die nötige enge Interaktion zwischen Trainer und Trainierendem zur Sicherstellungen einer möglichst optimalen Reizhöhe, ein sehr individueller Betreuungsschlüssel zwingend erforderlich. Insofern wenig überraschend, zeigen unsere mit unterschiedlichen Settings durchgeführt Untersuchung, dass die günstigsten Ergebnisse mit einer 1:1 oder 1:2 Konstellation generiert werden können. Aber hauptsächlich Sicherheitsaspekte begründen die nötige enge Betreuung!”

Dabei ist die Empfehlung Kemmlers spezifisch so zu verstehen, dass das EMS-Training ungefährlich ist, wenn der Dienstleitung ‚EMS-Training‘ eben der empfohlene Qualitätsstandart zugrunde liegt. Dieser dient dann auch den Anbietern, sofern er Unfällen vorbeugt und so das Ansehen der innovativen Trainingsform nachhaltig schützt. Das praktisch gelebte, richtige Verständnis des EMS-Trainings als 1zu1 oder 1zu2 Training sichert somit die Nachhaltigkeit des Rufes des EMS-Marktes und damit auch der Studio- und Fitnessbranche insgesamt.

“Erst 2015 nahm das Renommee des Ganzkörper-EMS-Trainings durch unsachgemäße Anwendung erheblichen Schaden, der in einigen Ländern bis hin zum zeitweiligen Verbot reichte. Durch erhebliche Anstrengungen ist EMS nun wieder als sichere und effektive Trainingstechnologie rehabilitiert.”


 Bild: © innervisionpro - Fotolia.com


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