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Die Anamnese in Group-Fitness-Kursen nach DIN 33961-3

Erstellt am: 18.09.2017 | Kategorie: Group-Fitness, Recht, Szene,
Die Anamnese in Group-Fitness-Kursen nach DIN 33961-3

Vielleicht liegt es an der absolut preisgünstigen Studiozertifizierung durch Prae-Zert, dass sich nur wenige Studios entsprechend der neuen DIN Norm 33961 prüfen, aber die Erfüllung der in der DIN-Norm niedergeschriebenen Vorschriften wird in Schadens­fällen regelmäßig von den Gerichten ab­geprüft.

Generell zeigt der Teil 3 dieser Norm, der den Group-Fitness-Bereich regelt, keine große Marktkenntnis, wenn in 4.2 behauptet wird, Bodenbeläge in den Group-Fitness-Bereichen erforderten keine speziellen Dämpfungseigenschaften oder in 4.1 verlangt wird, dass die maximale Teilnehmeranzahl für den jeweiligen Raum jedem Teilnehmer schriftlich kommuniziert werden muss etc. Doch unter all den wenig nachvollziehbaren Vorschriften gibt es dann im Abschnitt 4.5.2 zum Thema Anamnese die Anweisung, diese Anamnese auch bei Group-Fitness-Kurs-Besuchern un­bedingt durchzuführen. Leider ist diese nicht überall für Teilnehmer am Group-Fitness-Training obligatorisch.

Mögliche Mitschuld bei fehlender Anamnese

Vor einem individuellen Fitnesstraining an Kraft- oder Ausdauergeräten ist solch eine Anamnese nahezu in ganz Deutschland üblich. Weshalb also nicht im Group-Fitness-Bereich, wenn dort die Belastungen noch härter sein können als im Individualtraining?

Dazu kommt, dass diese DIN-Norm im Ernstfall von kundigen Richtern angewendet wird, also z.B. wenn ein überlasteter Teilnehmer eines Group-Fitness-Kurses während eines Kurses zusammenbricht und ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Dann stellt dieser Richter fest, dass hier – entgegen der DIN-Norm – mit Teilnehmern ohne vorherige Anamnese Sport getrieben wurde und dann der Trainer bzw. der Studiobetreiber echte Probleme haben könnten, zumindest eine Mitschuld an dem Zusammenbruch des Teilnehmers abzuwehren. Hätte man den instabilen Kreislauf des Teilnehmers durch entsprechende Messungen im Rahmen einer Anamnese feststellen können, dann muss mit einer Verurteilung gerechnet werden, denn ein billigendes in Kauf nehmen des Zusammenbruchs eines Teilnehmers, durch Ausfall einer entsprechenden Anamnese, wird als dolus eventualis, also auch als Vorsatz gewertet.

Eingangsgespräch mit Fragebogen

Zweifelhaft sind in diesem Zusammenhang die im Vorspann von Cyber-­Programmen geschalteten Gefahren-Hinweise, die der Entschuldung dienen sollen, wenn die Programme in ­Fitnessstudios ablaufen, wo man mit entsprechender Betreuung rechnen kann und die DIN-Norm dort nicht zwischen Live- und Cyber-Programmen unterscheidet. In der DIN-Norm heißt es unter dem Punkt Eingangsgespräch: „Es muss ein Eingangsgespräch nach DIN 33961-1:2014-12, 5.3.2, mit schriftlicher Dokumentation der Kundendaten mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens angeboten werden. Das Fitnessstudio sorgt dafür, dass dieses Eingangs­gespräch vor dem erst eigentlichen Gruppentraining erfolgt. Es muss zusätzlich sowohl eine Abklärung der Bedürfnisse und Trainingsmotive als auch der Neigungen und Erwartungen bezüglich Gruppentraining sowie eine Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit hinsichtlich der An­forderungen von Gruppentraining ­(physisch / ggf. tänzerisch-choreographisch) beinhalten.“      

Volker Ebener

Bildnachweis: Fotolia

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