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Ein Plädoyer für individuelle Ansätze

Erstellt am: 11.04.2017 | Kategorie: Ernährung,
Ein Plädoyer für individuelle Ansätze

Über 8 Millionen Menschen sind in Deutschland mehr oder weniger aktive Mitglieder eines Fitnessstudios und die Altersspanne reicht dabei von Jugendlichen bis zu Senioren. Damit ist klar, dass nicht nur die Trainingspläne und die Trainings­empfehlungen durch die Trainer je nach Alter und Zielsetzung stark variieren, sondern dass es genauso für die Ernährung unterschiedliche Empfehlungen geben muss.

Viele neue Mitglieder kündigen ihre Mitgliedschaft nach der Erstlaufzeit, weil sich der Erfolg nicht einstellt hat und die gesteckten Ziele nicht einmal ansatzweise erreicht wurden. Allein durch Training, ohne parallel dazu die Ernährung zu ändern, ist es nämlich schwierig, entsprechende Fortschritte zu erreichen. Wenig Zeit für Training und mangelnde Motivation sind die limitierenden Faktoren. Es ist deshalb meistens nicht möglich, Ernährungsfehler durch entsprechende Bewegung auszugleichen. Der persönliche Erfolg stellt sich zu langsam ein, wenn die Ernährung nicht optimal angepasst ist.

Mitglieder beraten & binden

Woran liegt es, dass die Beratung bezüglich angepasster Ernährung nicht ausreichend ist? Teilweise wird das Thema Ernährung zu pauschal, dogmatisch und gespickt mit Fehlinformationen an die Kunden weiter gegeben. Es tummeln sich zudem unter den Mitgliedern unzählige Mythen und Falschaussagen, insbesondere im Bereich Gewichtsreduktion und Muskelaufbau. Wie könnte eine zielführende, verständliche Beratung aussehen, um Kunden, durch ihre Erfolge, längerfristig zu binden?

Unterschiedliche Zielgruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Auf diese Unterschiede geht der Ernährungsberater aber erst bei der Feinjustierung der Ernährung ein. Viel wichtiger hingegen ist es, die Menschen bezüglich sinnvoller, gesunder Ernährung hin zu sensibilisieren, weg von verarbeiteten, industriellen, pseudo­gesunden Lebensmitteln. Der zusätz­liche Nutzen wird sein, dass dann auch einige angebliche Unverträglichkeiten eingedämmt werden können.

„Gesunde Ernährung“

Solange die Basis „Gesunde Ernährung“ nicht steht, kann man auch nicht erwarten, dass über Supplemente und Leistungsförderer die schlechten Er­nährungsgewohnheiten ausgeglichen werden können. Es erleichtert zwar das Gewissen und den Geldbeutel, ist aber alles andere als zielführend. Was heißt aber eigentlich „gesund“? Es sind viele Produkte auf dem Markt, welche der Laie als gesund einstufen würde. Schaut man aber auf die Inhaltsstoffe sind diese alles andere als empfehlenswert.

Bezüglich ihrer Ernährung sind viele Menschen heutzutage komplett verunsichert und kaum einer weiß noch, was richtig und was falsch ist. Dabei könnte man sich schon mit einfachen Regeln, ziemlich weit in die Richtung gesunder Ernährung hin entwickeln. Egal ob Kraftsportler oder Marathonläufer, gesund oder chronisch krank, ob die Zielsetzung Gewichts­reduktion oder Muskelaufbau ist, können stets diese einfachen Tipps weiter gegeben werden: Alles, was wir essen, sollte den ge­ringsten Verarbeitungsschritt, der nötig zur Verdaulichkeit ist, aufweisen. Es ist somit kein Fehler, wenn wir uns auf die Produkte beschränken würden, die schon seit drei bis vier Generationen verzehrt werden. Dies variiert selbstverständlich von Mensch zu Mensch, weil nicht jeder z.B. Rohkost oder Vollkornprodukte verträgt. Hier gilt es, das Thema „somatische Intelligenz“ über Achtsamkeit zu schulen und was nicht gut vertragen wird, einfach wegzulassen. Keiner muss sich verpflichtet fühlen, alles essen zu müssen, nur weil es als gesund gilt!

Wir erhöhen den Anteil an Gemüse, Vollkorn, Obst und Nüssen in der Basis­ernährung. Die Tagesmenge an Obst oder Ge­müse sollte bei fünf bis sieben Portionen mit insgesamt mindestens 650 Gramm liegen. Der Gemüseanteil mit drei bis fünf Portionen ca. 375 Gramm, die Hälfte davon als Rohkost und zwei Portionen Obst, am besten frisch mit insgesamt 250–300 Gramm. Das Ganze dann noch möglichst nach Saison mit kurzem Transportweg, in guter Qualität und mit kurzer Lagerzeit. Nur so kann davon ausgegangen werden, dass der Anteil an den wertvollen, bioaktiven Substanzen, die der Grund dafür sind, warum überhaupt Obst und Gemüse gegessen werden sollte, hoch ist.

Feineinstellung

Wenn diese einfachen Regeln umgesetzt wurden, kommen wir zur Feineinstellung. Über diese erreichen wir eine Erhöhung oder Senkung des Körpergewichts, eine Entwässerung des Körpers oder eine Füllung der Glykogenspeicher zu einem exakten Zeitpunkt hin. Ferner gilt es, Aminosäuren in die Muskulatur zu schleusen, um Muskeln aufzubauen oder sogar Muskelmasse abzubauen, auch wenn dies meistens unfreiwillig, durch Fehlernährung, Alter oder Krankheit passiert. Alternativ können durch angepasste Ernährung Schmerzen reduziert und Entzündungsparameter gesenkt werden.

Hier bedarf es, im Gegensatz zu den allgemeinen und einfachen Tipps für eine gesunde Ernährung, ein wenig mehr Hintergrundwissen bezüglich Biochemie und Physiologie im menschlichen Körper, wenn man sich von den kursierenden Fehlinformationen der Fitnessbranche abheben möchte. Optimal ist eine Ernährungsberatung nach Zielgruppen, wobei die Übergänge fließend sind:

1. Kraftsportler

Was sind die Grundvoraussetzungen für Muskelaufbau?

Natürlich ist die Fähigkeit, auf natürliche Weise viel Muskulatur schnell aufzubauen, in erster Linie stark vom eigenen Erbgut abhängig. Selbstverständlich bedarf es dazu auch einem „überschwelligen“ Reiz und entsprechender Regenerationszeit. Außerdem spielen viele Hormone und Wachstumsfaktoren hierbei eine Rolle, die durch Ernährung, Training und Schlaf beeinflussbar sind, so wie Testosteron, Insulin, Somatropin, IGF-1 und ein niedriger Cortisol-Spiegel. Dann braucht es einen Kalorienüberschuss und eine ausreichende Zufuhr an Nahrungseiweiß. Hier kommt es insbesondere auf das Verhältnis der essentiellen Aminosäuren an, was durch Lebensmittelkombinationen er­reicht werden kann.

2. Senioren

Im Alter sinkt, durch den natürlichen Muskelabbau, der Grundumsatz. Die Tagesenergie sollte deshalb reduziert, die Qualität der Makro- und Mikronährstoffe hingegen erhöht werden. Um dem Muskelabbau entgegen zu wirken, hat sich eine Erhöhung der täglichen Proteinzufuhr auf bis zu 2,2 Gramm/Kilogramm Körpergewicht bewährt (Vgl. hierzu auch Seite 170). Wichtig hierbei ist, dass Kontraindikationen wie zum Beispiel Diabetes und Gicht ausgeschlossen werden. Ratsam ist es auch den Vitamin B12 (Cobalamin)-Status über den Holo-Transcobalamin Wert zu bestimmen. Eine Unterversorgung mit Cobalamin richtet neurologische Schäden an und diese wird oftmals fälschlicherweise als Alzheimer Demenz diagnostiziert.

Wichtig in jedem Lebensalter ist die Vitamin D Bildung durch Sonnenlicht, um den Neurotransmitter Serotonin herzustellen. Bewegung senkt außerdem den LDL-Spiegel und hilft dem Gehirn Verknüpfungen zu bilden. Die Trinkmenge muss entsprechend des Gesundheitszustandes angepasst werden, denn schließlich muss jeder zu­sätzlich getrunkene Liter Wasser vom Herz-Kreislaufsystem transportiert werden.

3. Abnehmwillige

Was in der Theorie einfach erscheint, gestaltet sich in der Praxis als eine echte Herausforderung. Es bedarf über einen langen Zeitraum einer „negativen Energiebilanz“, wenn langfristig erfolgreich Körperfett reduziert werden soll. In einem Kilogramm Körperfett verbergen sich immerhin mehr als 7.000 Kilokalorien, die eingespart bzw. verbraucht werden müssen, um das Körperfett zu reduzieren. Dennoch muss man täglich eine Mindestmenge an Kilokalorien zu sich nehmen, um nicht unter seinen Grundumsatz zu fallen. Dieser Energiewert ist von Mensch zu Mensch verschieden. Er hängt hauptsächlich ab vom Alter, Geschlecht, Gewicht und der Muskelmasse. Diese basale Stoffwechselrate wird in absoluter körperlicher Ruhe, ohne Verdauungsprozesse und Temperaturausgleich für die Versorgung des gesamten Körpers mit allen Organen benötigt. Es spielt hingegen keine Rolle, um wie viel Uhr welcher Hauptnährstoff zugeführt wird.

Allerdings haben, ebenso wie beim Muskelaufbau, Hormone und Neurotransmitter eine große Bedeutung beim Thema Gewichtsreduktion und Aufbau von Körperfett. Aus diesem Grund ist es schwierig, gestresste Menschen zum Abnehmen zu bringen, zumal die meisten Diät-Vorschläge noch zusätzlichen Stress ins Leben bringen. Hier muss der Ansatz ganzheitlich erfolgen und nicht nur das Ernährungsverhalten überprüft werden.

Simone Gredel

Bildnachweis: Fotolia

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