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Erfolgreiches Training mit Rubensfrauen & Pfundskerlen

Erstellt am: 03.09.2019 | Kategorie: Studio-Management, Marketing & Sales,
Erfolgreiches Training mit Rubensfrauen & Pfundskerlen

Kurzserie zu zielgruppen spezifischen Kundenansprache – Teil 4: Welche Unterstützung brauchen Übergewichtige beim Training im Studio?

Erfolgreiches Training mit Rubensfrauen & Pfundskerlen

Wussten Sie, dass 50% aller Frauen und 65% der männlichen Erwachsenen in Deutschland übergewichtig sind? Tendenz steigend. Erfreulicherweise schaffen es immer mehr Menschen mit Gewichtsproblemen in die Studios. Wie aber umgehen mit dieser Zielgruppe und ihren individuellen Zielsetzungen bzw. Problemen?

Bei leichtem Übergewicht mit ein wenig Hüftgold oder einem kleinen One-Pack-Bauch ist man heute leider keine Ausnahme, sondern bewegt sich in den Reihen der Durchschnitts-Deutschen. Soweit so  unauffällig. Anders sieht es dagegen aus, wenn der Body-Maß-Index schon Richtung Adipositas tendiert – dann ist für jedermann evident, dass es sich nicht nur um Urlaubs- und Wohlstandspfunde handelt.

Mut zur Veränderung

Immer mehr Betroffene erkennen, dass überzählige Pfunde erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Dass Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Osteoporose und das erhöhte Risiko bestimmter Krebsarten direkt mit Übergewicht korrelieren, rüttelt so manche(n) Korpulente(n) wach, etwas an dem eigenen Lebensstil und dem eigenen Body zu verändern. Mehr Bewegung & Sport und eine damit einhergehende Gewichtsreduktion sind die zentralen Zielsetzungen. Im Fokus steht bei vielen Betroffenen, die Kleidergröße nach unten zu korrigieren. Ob eigeninitiativ oder durch Empfehlung des Arztes, sie suchen nach Bewegungsofferten, um in ein gesundheitsbewussteres Leben zu starten.

XXL-Challenge

Den meisten pummeligen Fitnesswilligen fällt es schwer, sich im Studio vor den anderen zu zeigen. Der gewichtige Neukunde weiß, dass man ihm ansieht, wo das Trainingsziel liegt. Unter all den fitnessgeformten Körpern fühlt sich der XXL- Kunde gerade zu Beginn unwohl, beobachtet und verunsichert. Hinzu kommt, dass sich viele Einsteiger gar nicht zutrauen, dass sie ein regelmäßiges Training durchhalten – nicht wenige von ihnen haben eine negative Sportbiographie, halten sich per se für unsportlich und leitstungsschwach – sehen Bewegung eher als „notwendiges Übel“ an.

Zeig, was Du kannst!

Das Trainerpersonal kann mit sensibler Herangehensweise und ein wenig Know-how bereits beim Fitnesseinstieg helfen, erste Barrieren und Befürchtungen zu entkräften. Das Motto: Ich zeig Dir, was Du kannst! Du hast sportliche Fähigkeiten, und diese können wir sogar verbessern!

Ängste minimieren – Motivation maximieren

Sobald ein Neukunde mit sichtbarem Übergewicht Interesse am regelmäßigen Training bekundet, sollte der Berater ihn zu diesem Entschluss „beglückwünschen:“ Toll, dass Du für Dich etwas ändern willst! Du hast den ersten Schritt gemacht, bei allen weiteren können wir Dir gerne helfen!

Der Eingangstest

Bei der Anamnese und den ersten Fitnesstests erfordert es seitens des Personals eine sensible Herangehensweise. Gerade, wenn Gewichtsverslust oben auf der Hitliste des Trainingserfolges steht, sollten bei der Diagnostik der Schwerpunkt weniger auf Körperfettmessungen (BIA, Waist-to-Hip-Ratio oder Body-Abdomen-Index) liegen. Es gilt nicht Defizite herauszuarbeiten, die ohnehin offensichtlich sind, sondern zu verdeutlichen, was positiv zu bewerten ist. Bei der Analyse der Körperzusammensetzung kann man anstatt viszerale Körperfettanteile zu besprechen, darauf hinweisen wie gut z.B. bereits Bein- und Armmuskulatur ausgeprägt sind oder im weiteren Verlauf des Termins gute Koordination oder Beweglichkeit konstatieren.

„Es gilt die „Schätze“ bei Übergewichtigen herauszufinden, ihre Stärken zu stärken und sie so nachhaltig zu motivieren, sich regelmäßig zu bewegen.“, sagt Prof. Dr. Ingo Froböse, Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Der Wissenschaftler hält es auch für essentiell, dem Klienten zunächst einmal ein positive Einstellung zu seinem Körper zu vermitteln und gemeinsam mit ihm konkrete Ziele zu definieren.

Eine Zielsetzung wie: „Ich will abnehmen und zwar schnell“ ist viel zu wage und weder als Zielformulierung messbar noch terminiert. Um zusammen mit dem Kunden realistische und erreichbare Ziele zu formulieren, kann man sich an der SMART-Formel für Zieldefinierung orientieren:

SMART: METHODE
S: Spezifisch
M: Messbar
A: Attraktiv/ Akzeptiert
R: Realistisch
T: Terminierbar

Hier ein Beispiel:

Trainer: Wie lange meinst Du, macht Dir eine Trainingseinheit wirklich Spaß und wie oft pro Woche ist es realistisch für Dich, etwas im Studio für Deinen Körper zu tun?

XXL-Klient(in): Ich denke so 30 –45 Minuten, 2–3 Mal pro Woche, am liebsten erstmal Fahrradfahren und ein wenig Krafttraining für Arme und Schultern.

Trainer: Prima! Dann fangen wir doch genau damit an und in 4 Wochen schauen wir, ob es für Dich gepasst hat und ob wir dann etwas verändern wollen.

Es ist ebenso wichtig bei der Zielformulierung gemeinsam mit dem XXL-Kunden herausfinden, was seine „wirkliche Motivation“ ist. Welchen Wunsch hat er für sich, und ist dafür bereit zu trainieren?

Kleine Schritte – große Wirkung!

Werden step bei step kleine Erfolge erreicht, bleibt die Motivationskurve oben und die Frustration durch Misserfolg bleibt aus. Wurde das erste Ziel erreicht, kann man SMART noch ein weiteres wichtiges „A“ hinzufügen: APPLAUS – Feiern Sie den Erfolg des Kunden geben sie ihm einen Motivationsschub on top! Das Gefühl „ich kann etwas erreichen“, gepaart mit der erlebten Freude des Trainingserfolges, macht Lust auf „mehr“ und legt den Grundstein für kontinuierliches, dauerhaftes Training.

Fokus: Abnehmen ja – aber nicht nur!

Trainern wird empfohlen bei der Festlegung der Trainingsziele dem Kunden bewusst zu machen, dass es sich in erster Linie um eine Veränderung seines Körpers und nicht um das Abnehmen allein geht. Eine Veränderung auf körperlicher Ebene wird aber nicht allein durch Sport erreicht. Besonders dann nicht, wenn sich Hobbysportler nach dem Training gerne mal eine „Extra- Portion“ gönnen. Hier sollte dem Kunden von Seiten des Trainers ein Angebot für die Vermittlung der Ernährungs-Basics, z.B. Ernährung im Biorhytmus (vgl. I. Froböse „Das Stoffwechselprinzip“, 2014) an die Hand gegeben werden.

Positive Verstärkung vs. Motivationsloch

Wie bei allen Fitnessanfängern gilt es auch bei fülligen Mitgliedern das übliche Motivationsloch nach 8-10 Wochen vorher abzufangen, um sie nicht wieder zu verlieren. Hier heißt es im Gespräch zu bleiben, um den Drop Out zu verhindern und Bewegung und den Studiobesuch als feste Größe zu etablieren. Wann immer es geht, gilt es Kontakt zum Kunden zu suchen, ihn für sein Kommen zu feiern und ihm vor Augen zu führen, dass er mit jedem Training für sich weiterkommt und seine Lebensqualität kontinuierlich steigern kann. Das Betonen und in Aussicht stellen der körperlichen und auch psychischen Veränderung hilft Barrieren wie Scham, vermeintlichen Zeitmangel und Bequemlichkeit abzubauen. Präventiv hilft es, einen „Motivationshänger“ zu vermeiden, wenn man mit dem Kunden feste Trainingszeiten etabliert und ihn im Studio versucht auch sozial einzubinden.

„best buddy training“

Trainieren zu zweit ist effektiv, macht Spaß und ist einfacher. Mit dem besten Freund zu trainieren ist somit ideal, um Motivationstiefs und den inneren Schweinehund gemeinsam zu überwinden. Sofern Kunden solo trainieren ist es hilfreich, wenn sich Gleichgesinnte treffen und gegenseitig anspornen. Hier ist kann auch die Studioleitung kreativ werden: Denkbar ist z.B. die Etablierung eines Mentor-Systems, bei dem erfahrene Mitglieder mit ähnlichem Background Newcomer im ersten halben Jahr 1–2 Mal pro Woche unterstützen. Benefit für den Mentor: ein kostenfreier Monat oder Getränkeflat gratis.

Motivation heißt bewegen!

Gewinnt der pfundige Neukunde erst einmal Freude an der Bewegung, beachtet Ernährungsgrundlagen und ist stolz auf die eigenen Fortschritte, stellt sich der Gewichtsverlust quasi von selbst ein.

Allerdings geht das nicht mit der Brechstange: realistische Ziele zu erreichen benötigt Geduld, Kontinuität sowie eine sukkzessive und angemessene Steigerung der Belastungsintensität. Positive und erwähnenswerte Nebeneffekte: Regelmäßiges Sporttreiben hilft beim Stressabbau, verbessert den Schlaf und hebt insgesamt die Stimmung.

Ein Motivationsbonbon zu guter Letzt

Wenn man neben 2–3 Mal Sport/ Woche auch noch die 3 Kriterien a) nicht rauchen, b) mäßig Alkohol trinkt und c) gesunde Ernährung beachtet, lebt man bis zu 14 Jahren länger! Klingt doch sehr motivierend, oder?

 

Kommunikationstipps:

Motivierende Ansprache: „Toll, dass Du den Mut und die Entschlossenheit hast, etwas für Dich zu tun – Du schaffst das und wir sorgen dafür, dass Du Spaß daran findest!“

Positive Beispiele von Trainingserfolgen anderer Mitglieder erzählen oder auch eigene Erfahrungen bei Trainings- oder dauerhafter Gewichtsreduktion berichten

Stärken stärken: Augenmerk auf positive Körpereigenschaften lenken

Zieldefinition gemäß SMART plus A (Applaus)

Klare Zieldefinition gemäß SMART plus A (Applaus)

Wirkliche Motivation: Gemeinsam mit dem XXL-Kunden herausfinden, wofür er bereit ist, sich anzustrengen

Eigene Begeisterung und Überzeugung als Motivationsfaktor für den Kunden zeigen

Vorteile verdeutlichen: Positive Effekte der Lebensstilveränderung durch Sport und Ernährung aufzeigen

Studiobesuch als Ritual etablieren:
soziale Einbindung - Kontakte schaffen - Mentoring

Gepackte Trainingstasche im Auto
Feste Trainingszeiten besprechen
positive Verstärkung

Lesetipps

G. T. Doran: There’s a S.M.A.R.T. way to write management’s goals and objectives.
In: Management Review, 70. Jg., Nr. 11, 1981, S. 35–36, ISSN 0025-1895.
I. Froböse, Das Turbo Stoffwechsel-Prinzip, S.89ff., 2014 Gräfe und Unzer Verlag
EPIC-Studie: EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition).
https://epic.iarc.fr

Kristin Beringhoff

Bildquellen: ©alfa27-fotolia.com, ©Africa Studio-fotolia.com, ©karepa-fotolia.com


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