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>>Im Durchschnitt ist die Betreuung in vielen Studios defizitär<<

Erstellt am: 11.10.2017 | Kategorie: Szene, Gesundheit,
>>Im Durchschnitt ist  die Betreuung in  vielen Studios defizitär<<

Die Trainerausbildung ist und bleibt ein wichtiges Thema für erfolgreiche und gesundheits­orientierte Studios. Gute Trainer führen und motivieren ihre Mitglieder und sorgen damit für Kundenbindung und minimieren eventuelle Verletzungsrisiken. Wir haben uns mit dem ­langjährigen Sportmediziner, Personal Trainer und Trainerausbilder Dr. Markus Klingenberg über Qualität in der Trainerausbildung und Mitgliederbetreuung unterhalten.

F&G: Wir wurden durch ihre Aussagen im Artikel der Welt vom 29.04.2016 auf Sie aufmerksam, wo Sie die These aufstellten, ein Viertel bis ein Drittel der Mitglieder in Fitness­studios trainiere potenziell gesundheitsschädigend. Ist dafür aus ihrer Sicht eine schlechte Ausbildung der Trainer oder fehlende Betreuung durch Trainer verantwortlich?

Dr. Markus Klingenberg: Es ist sicherlich nicht möglich, alle Studios und Trainer pauschal zu be­urteilen. In einem PT Studio oder einem gut geführten Club bestehen ja ganz andere Voraussetzungen als bei einer großen Low-Budget-Kette. Im Durchschnitt ist die Betreuung in sehr vielen Studios meiner Ansicht nach defizitär. Das wird aber von den Mitgliedern nicht unbedingt als nachteilig betrachtet – viele wollen für unter 20 Euro im Monat trainieren und das am besten rund um die Uhr. Diesen Markt bedienen betreuungsarme Konzepte und wie man sieht mit Erfolg. Das funktioniert deshalb so gut, weil die Bereitschaft einen gut ausgebildeten Trainer zu be­zahlen bei der breiten Masse der Trainierenden gering ist. Fitness kann irgendwie jeder – denkt er zu­mindest.

Keiner kommt auf die Idee ohne Ausbildung einen Fallschirmsprung zu machen, man könnte sich ja verletzen. Beim Fitness Training ist es nicht anders. Zur Ausbildung der Trainer sei noch gesagt, dass „Ausbildung“ für mich einen gewissen Mindestumfang hinsichtlich der Ausbildungsdauer und eine theoretische und praktische Prüfung voraussetzt. „Wochenend-Seminare“ mit wenigen Tagen Ausbildung sind in vielen Fällen eine Gefährdung für die Teilnehmer.

F&G: Wo liegt das größte Gefährdungspotential beim fehlerhaften Training?

Dr. Markus Klingenberg: In einem klassischen Fitness Studio liegt das größte Gefährdungspotential beim Training in der Über- und Fehlbelastung des Bewegungsapparates. Insbesondere beim freien Training mit oder ohne Gewichte und beim Gruppentraining führen mangelhafte Übungsausführungen zu Verletzungen. Allgemein ist das Kernproblem eine fehlende funktionelle Diagnostik des Bewegungsapparates vor der Auswahl der Übungen. Fehlen die Voraussetzungen für eine be­stimm­te Übung treten Kompensations­bewegungen auf, die wiederum ­Reibungsenergie am falschen Ort verursachen. Das spürt der Sportler als Schmerz.

F&G: Gibt es typische Verletzungen?

Dr. Markus Klingenberg: Typische Überlastungsbeschwerden betreffen die Sehnen und ihre Ansätze am Knochen und Gelenken. Besonders häufig betroffen sind Ellenbogen Schulter, Knie und Sprunggelenk. Bei unzureichender Stabilisierung der Rumpfmuskulatur verstärken sich auch Rückenbeschwerden relativ häufig. Akute Verletzungen treten statistisch bei Frauen häufiger im Bereich der unteren Extremität auf, wenn sie im Kursbereich umknicken. Bei Männern dominieren Verletzungen beim Krafttraining und sie betreffen häufiger die obere Extremität.

F&G: Welche Gruppen sind besonders gefährdet?

Dr. Markus Klingenberg: Männliche Wiedereinsteiger mittleren Alters sind besonders gefährdet. In dieser Altersgruppe beginnen statistisch kardiovaskuläre und orthopädische Probleme, wenn über eine längere Zeit kein Training erfolgt ist. Bei jüngeren Sportlern sind – bei unzureichender Vorbereitung – Cross Fit Sportler besonders betroffen, wenn sie Sprungübungen und Übungen mit freien Gewichten ausführen.

F&G: Warum finden Sie die Anamnese (Beschwerdenabfrage) eines Neumitglieds so wichtig?

Dr. Markus Klingenberg: Die Anamnese ist der erste und wichtigste Schritt, vermeidbare Risiken zu erkennen, um den Sportler durch ein Training nicht ungewollt zu schädigen. Es gibt ja auch eine Tauchtauglichkeits-Untersuchung oder Eingangsuntersuchungen in der Schule oder bei bestimmten Berufsgruppen.

F&G: Welche Veränderungen hinsichtlich der Trainer-Ausbildung würden Sie sich wünschen?

Dr. Markus Klingenberg: Die Ausbildungen am Markt sind teilweise hervorragend! Es bringt nur leider wenig, wenn ein gut ausgebildeter Trainer in einem Umfeld arbeitet, in dem er seine Fähigkeiten nicht ­einsetzen kann, weil es organisatorisch und wirtschaftlich nicht vor­gesehen ist. Ich wünsche mir pauschalisiert ein besseres Verständnis für das Erkennen schadhafter Bewegungsmuster und standardisierte Lösungsansätze für deren Korrektur. Das Wissen um Anatomie und die Ausführung der Übungen ist oftmals vorhanden, aber die grundlegenden Bewegungsmuster sind bei vielen Fitness Sportlern nicht ausreichend ausgebildet.

Dr. Markus Klingenberg mit F&G-Volontär Philipp Hambloch (li.) und F&G-Verleger Volker EbenerF&G: Vielen Dank für das sehr interessante Gespräch.

www.markusklingenberg.de

 

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