Brandneu Aktuelle Ausgabe Newsletter abonnieren
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige - - Anzeige - - Anzeige -
- Anzeige - - Anzeige - - Anzeige -

Innere Uhr vs. äußere Anforderungen

Erstellt am: 27.02.2018 | Kategorie: Self-Management,
Innere Uhr vs. äußere Anforderungen

Life-Balance (4): Die ungesunden Folgen eines Lebens gegen den eigenen Rhythmus

Ebenso wenig wie die Natur kann der Mensch die Zeit überlisten. Die innere Uhr gibt den Takt vor. Ignorieren wir diesen, hat das Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Prof. Dr. Seiwert erklärt, warum Sie die Balance zwischen innerer Uhr und äußeren Umständen finden sollten.

Die Globalisierung ermöglicht uns fast grenzenlose Mobilität: Wir durchjetten Zeitzonen. Aber zu welchem Preis? Der Jetlag bestraft uns für den Sprung über die Kontinente mit Übelkeit, Magenbeschwerden, Schlaf- und Konzentrationsstörungen.

Kennen Sie die Parabel vom Indianerhäuptling, der im Wilden Westen mit dem Stahlross (Eisenbahn) quer durch den amerikanischen Kontinent nach Washington reiste, um vor dem Parlament zu sprechen? Dort angekommen, sah er sich außerstande, seine Rede zu halten. Er sagte, sein Körper sei zwar schon eingetroffen, seine Seele sei aber noch nicht angekommen. Wenn sie mit dem Flugzeug in eine andere Zeitzone jettet, sagt eine Freundin von mir an den ersten beiden Tagen ständig: »Mein Indianer ist noch nicht da«.

Der Körper reagiert

Wir durchsprinten den Tag, ohne uns Zeit zu nehmen, wenn die inneren Rhythmen Muße fordern. Das macht schnell alt und krank: Depressionen, Angst, Nervenstörungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Verdauungstraktes, ja sogar Krebs gehen auf das Konto eines falschen Zeitmanagements für den eigenen ­Körper.

Ein klassisches Experiment zeigt: Fliegen haben eine niedrigere Lebenserwartung, wenn sie ständig gezwungen werden, ihre innere Uhr umzustellen. Hamstern ergeht es ähnlich, wenn man im Experiment ihre Tages- und Nachtzyklen jede Woche verschiebt. Der Mensch macht bei solchen Rhythmusverschiebungen mit – mehr oder weniger freiwillig. 20 Prozent der Bevölkerung arbeiten zu völlig un­natürlichen Zeiten. Und durch die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft wird das wohl noch verstärkt.

Zeitwahrnehmung

Wie sensibel die innere Uhr auf nur eine Stunde Zeitumstellung reagiert, zeigt sich am Montag, nachdem die Uhren auf Sommerzeit umgestellt wurden: An diesem Tag passieren mehr Verkehrsunfälle als an anderen Montagen. Ein Leben gegen die innere Uhr bezahlen wir mit Lebenszeit.

Unsere subjektive Zeitwahrnehmung weicht oft vom gleichmäßigen Ticktack der äußeren Uhren ab. Schon beim Blick auf die Uhr erscheint uns die erste Sekunde länger. Das Phänomen haben britische Forscher aufgeklärt: Die Täuschung entsteht, weil das Gehirn die Zeit, die wir für den Blick auf die Uhr brauchen, einfach zur ersten Sekunde addiert. Die Begründung: Diese Täuschung lässt uns die Welt stabil erscheinen. Was wir nicht sehen, ruht. Nur wenn wir die Uhr an einen anderen Ort verrücken, rechnet das Gehirn die Zeit, die der Blick sucht, nicht dazu. Die Sekunde ist nicht um einen Augenblick länger.

Individuelle Schwingungsmuster

Jeder Mensch hat sein ureigenes Schwingungsmuster. Kein Rhythmus ist gleich. Das ist wichtig zu wissen, denn Ziel sollte es sein, seine Balance zu finden zwischen innerer Uhr und äußeren Anforderungen. Man muss der Ereigniszeit – »Wann habe ich Hunger, wann bin ich kreativ, wann arbeite ich am effizientesten?« – wieder mehr Aufmerksamkeit schenken als der Uhrzeit. Chronobiologen fanden heraus, dass die Leistungsfähigkeit je nach Uhrzeit um 20 Prozent abfallen kann. Wissenschaftler unterscheiden den Morgen- und den Abendtyp.

Der Volksmund sagt: Lerche oder Eule. In unserer Gesellschaft sind Eulen die armen Wesen und müssen sich, um gesund und glücklich zu leben, viel stärker gegen das Zeitkorsett wehren.

Lerchen springen frühmorgens aus dem Bett, starten aktiv in den Tag, gehen früh ins Bett. Selten stehen sie mit dem Wecker auf Kriegsfuß. Eulen hingegen blinzeln morgens ungnädig in die Welt, kommen nur schwer aus den Federn, brauchen ihre Stunde Anlaufzeit, bringen vormittags kaum etwas auf die Reihe und wachen erst nachmittags richtig auf. Sie müssen den Wecker abschaffen und brauchen ein Leben mit Gleitzeit.

Ein Leben gegen die innere Uhr bezahlen wir mit Lebenszeit. Zu welcher Spezies gehören Sie? Nach dem folgenden Test wissen Sie mehr.

Prof. Dr. Lothar Seiwert


 

 

 

Bild: © elnariz - Fotolia.com

Innere Uhr vs. äußere Anforderungen Innere Uhr vs. äußere Anforderungen Innere Uhr vs. äußere Anforderungen

« zurück

Ähnliche Beiträge

- Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige -

© F&G - Fitness & Gesundheit 2018