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Leben mit dem Tod von 22 Menschen

Erstellt am: 10.06.2018 | Kategorie: Szene,
Leben mit dem  Tod von 22 Menschen

Gerichtsverhandlung

Am 22.05.2018 musste Rainer Schaller im Prozess um das tragische Unglück im Jahre 2010 bei der Love Parade in Duisburg als Zeuge vor Gericht erscheinen. Man könnte jetzt denken: Wieder müssen „nur“ die mit der Organisation der Veranstaltung von ihm beauftragten Mitarbeiter als Angeklagte ­aus­sagen und er „nur“ als Zeuge.

Zuvor war Schaller auch von Seiten der Stadt Duisburg und des Oberbürgermeisters Sauerland „nur“ als Zeuge geladen worden. Wenig informierte Bürger könnten jetzt denken: Die Kleinen werden gehängt, die Großen dafür aber laufen gelassen. Richtig ist aber, dass die Staatsanwaltschaft sehr intensiv geprüft hat, ob R. Schaller als Eigentümer der LoPa in Entscheidungen des Managements dieser Firmen eingegriffen hat und ihr bestätigt wurde, dass er das nicht getan hatte. Manch einen wird es erstaunen, dass ich hier eine „Lanze für R. Schaller zu brechen scheine“, mit dessen Tätigkeiten ich sicher nicht immer konform gehe und er daher bereits mehrfach von mir kritisiert wurde. Im Fall der Love Parade Katastrophe kann ich mich jedoch sehr gut in seine Haut versetzen: Auf einer meiner Messen, der 1. You Messe 1996, stürzte der aus vom Dortmunder Messegelände gestartete Hubschrauber ab. Dabei starben 13 Menschen, darunter elf jugendliche Messebesucher, die diesen „Freiflug“ bei einer Verlosung am Bundeswehrstand gewonnen hatten. Daraufhin brach unter Eltern, die nach ihren Kindern suchten, eine Panik aus. Die meis­ten Aussteller brachen ihre Stän­de ab. Im Jahr darauf besuchten dann sogar 100.000 Jugendliche diese Messe.

Da die Bundeswehr den gesamten Vorgang zur Prüfung an sich gezogen hatte, dauerte es über ein Jahr bis festgestellt wurde, dass der Hubschrauberabsturz durch einen Fehler des Piloten verursacht worden war. In der Zwi­schenzeit gab es massive Vorwürfe mir gegenüber, die mich sehr hart trafen, obwohl ich juristisch gesehen keinerlei Schuld an dem Unglück getragen hatte. Nun spricht R. Schaller bezüglich seiner Person von einer moralischen Schuld. Ich weiß, was er damit meint, wenn er sagt: „Hätte ich die Veranstaltung nicht durchführen lassen, würden heute noch 22 Menschen leben“. Dieses Gefühl wird er wohl – ebenso wenig wie ich – nie mehr los.
Volker Ebener


Bildquelle: Destina - Fotolia.com

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