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Medizinische Fitness – Wachstum für die Zukunft?

Erstellt am: 23.03.2019 | Kategorie: Szene, Gesundheit, Fitness, Ernährung,
Medizinische Fitness – Wachstum für die Zukunft?

Mittlerweile ist fast die Hälfte der Deutschen 40 Jahre oder älter. Die Motive dieser Kundengruppe unterscheiden sich deutlich von denen der Jüngeren. Hochwertige Angebote im Bereich Medizinisches Fitnesstraining können für Studios hier ein perfekter Türöffner sein.

Nicht umsonst lautet der Slogan einer großen Deutschen Krankenversicherung1 „Deutschland bewegt sich“. Aber wie bekommen wir die Bewegungssuchenden nun auch in unsere Studios? Dass die Fitnessbranche dabei kreativ ist, zeigt die Entwicklung der Mitgliederzahlen. Laut Focus Money gehen heute bereits 10,6 Millionen Menschen in Deutschland in ein Fitnessstudio. In den 80er Jahren waren es zum Vergleich nur 300.0002. Die starke Nachfrage nach gesundheitsorientiertem Fitnesstraining ist zweifellos ein großer Erfolg, den sich die Branche auf die Fahne schreiben kann. Was sich dabei im Laufe der Zeit gewandelt hat, sind die allgemeinen Trends aber auch die individuellen Motive der Menschen, die ins Studio kommen.

Diese Bedürfnisse der Bewegungs­suchenden zu erkennen, ist jedoch entscheidend für die Vermarktungsstrategien der Studios. Bisher standen sehr stark ästhetische Gründe im Vordergrund, die überwiegend jüngere Menschen in die Clubs bewegten. In den letzten Jahren hat sich nun zunehmend die Altersstruktur der Studiokunden verändert und damit auch ihre Gründe für Fitnesstraining.

Durchschnittsalter steigt deutlich

In den Einzelstudios liegt das Durchschnittsalter der Mitglieder heute bei 45,3 Jahre, bei den Ketten bei 36 Jahre und bei den Mikrostudios bei 44,4 Jahre3. Beachtlich ist, dass sich das Durchschnittsalter bei den Einzelbetrieben allein im letzten Jahr um 1,3 Jahre erhöht hat, bei den Ketten um 0,4 Jahre und bei den Mikrostudios um 2,1 Jahre.

In allen drei Studiosegmenten trainieren tendenziell immer mehr ältere Menschen, wobei diese sich eher für Einzelbetriebe oder Mikrostudios entscheiden. 

Warum ist das so? Liegt es daran, dass ältere Kunden eine intensivere Betreuung suchen und dafür bereit sind, die höheren Beiträge dieser Studio­typen zu akzeptieren? Ist damit auch das stürmische Wachstum der Discount­studios vorbei? Das vielleicht noch nicht, aber eine Marktsättigung ist aufgrund der vielen Anbieter durchaus eingetreten. Dagegen ist der Markt derer, die sich an Kunden in ihrer zweiten Lebenshälfte richten, noch sehr ausbaufähig.

Zielgruppe mit Zukunft

Mittlerweile sind 47,18 Prozent der Deutschen 40 Jahre oder älter4. Ab einem gewissen Alter liegt der Haupt­fokus darin, den eigenen Körper gesund zu erhalten oder den bereits bestehenden Beschwerden entgegenzuwirken.

Betrachtet man die häufigsten Krankheiten in deutschen Arztpraxen, sind das Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems sowie des Bindegewebes (36%), Krankheiten des Atmungssystems (35,1%), Probleme in Bereichen wie Stoffwechsel, Ernährung und Hormone (29,5%) oder Krankheiten des Herz- und Kreislaufsystems (28,5%)5. Das sind alles Beschwerden, die durch gezieltes Training und einer „bewussten“ Ernährung positiv beeinflusst werden können.

Blick in die Studiopraxis

Aufgrund der Erfahrungen in unserem Club weiß ich nur zu gut, welche Wirkung die richtige Ansprache einer Zielgruppe hat. Seit vielen Jahren bieten wir z.B. Rehatraining nach § 43 an. Dieses berechtigt die Teilnahme an Gruppenkursen und wird von den Krankenkassen, nach ärztlicher Verordnung, bezahlt. Zu Beginn versuchten wir, stets ein Kraft- und Muskeltraining in Form einer zusätzlichen Mitgliedschaft mitanzubieten. Die Erfolgsquote lag durchschnittlich bei 40%. Als wir jedoch begannen, beim Beratungsgespräch mehr auf die individuelle Diagnose des Arztes einzugehen und den Teilnehmern zu ihrem Reha-Programm zusätzlich ein „Medizinisches Fitnesstraining“ empfahlen, stieg die Quote der zusätzlich verkauften Mitgliedschaften auf 95%!

Medical Fitness nur mit Anamnese denkbar

Medizinisches Fitnesstraining ist definiert als Bewegungsprogramm mit medizinisch-therapeutischer Betreuung6. Entscheidende Basis für das Training ist eine fundierte Eingangsanamnese und Diagnostik, worauf aufbauend ein individuelles Trainings- oder Ernährungskonzept erstellt und der Trainingsfortschritt in definierten Abständen überprüft wird.

Betrachtet man die bereits beschriebenen häufigsten Krankheiten, kann z.B. die Atemgasmessung in Ruhe und bei Belastung den Ist-Zustand bei Krankheiten des Stoffwechsels, der Atmung und Sauerstoffaufnahme, des Herz- und Kreislaufsystems sowie der Ernährung wissenschaftlich fundiert erfassen und dokumentieren. Bei der Atemgasmessung wird über die Atemluft die Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe dokumentiert. Daraus kann die anteilsmäßige Zucker- und Fettverbrennung des Organismus ermittelt sowie der Energieumsatz gemessen werden. Da­rauf aufbauend ist dann der Trainer in der Lage, ein fundiertes medizinisches Fitnesstraining zu erstellen und mit einer bedarfsgerechten Ernährung zu kombinieren. Die Betreuung wird besser auf das Mitglied abgestimmt und die Verbesserung des Trainings- und Leistungszustandes kann durch Folgetests ganz konkret nachgewiesen werden.

Die richtigen Argumente finden

Natürlich begeistert es jeden Menschen, wenn er sich über eine gute Figur freuen kann. Mit einem etwas höheren Lebensalter rücken jedoch andere Prioritäten deutlich in den Vordergrund – und sollten im Marketing auch entsprechend berücksichtigt ­werden.

Die Möglichkeiten durch Kraft, Ausdauer, Dehn- und Ernährungsprogramme Schmerzen zu lindern und an hormoneller sowie psychischer Balance zu arbeiten, steht bei vielen Studios noch nicht ausreichend im Fokus. Darin liegt gerade hier der Schlüssel für die Gewinnung und Bindung von Mitgliedern, die sich in ihrer zweiten Lebenshälfte befinden und den nächsten Fitnessboom auslösen werden. 

Quellen:

1 BARMER Ersatzkasse. BARMER Internetredaktion, Zugriff am 5.2.2019: https://www.barmer.de/gesundheitscampus/gesundheitswelten/gesellschaft/mitmach-aktionen

2 Focus Money. Nr.6 30.01.2019. S.62

3  Sportstudio Verlag und Vertrieb GmbH. Eckdaten 2018

4 Statista GmbH. Zugriff am 5.2.2019:     
de.statista.com/statistik/daten/studie/1365/umfrage/ bevoelkerung-deutschlands-nach-altersgruppen

5 KBV Kassenärztliche Bundesvereinigung Stand 2015. Zugriff am 5.2.2019: http://www.kbv.de/media/sp/Infografik_KBV_Krankheiten.pdf

6  Freese, J. (2001): Medizinische Fitness – Das Reha-Manual für Therapie, Fitness und Leistungssport. Deutscher Trainer Verlag, Köln

Foto: © Fotolia_Mladen

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