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Motivation, Bindung oder Kapitalbeschaffung

Erstellt am: 02.06.2016 | Kategorie: Recht, Marketing & Sales, Studio-Management,
Motivation, Bindung oder Kapitalbeschaffung

Unternehmer können verschieden Beweggründe haben, ihre Mitarbeiter an ihrem Unternehmen oder am Unternehmenserfolg zu beteiligen: eine höhere Motivation oder die Suche nach einer unkomplizierten Kapitalbeschaffung, um nur zwei zu nennen. Doch welche Form der Mitarbeiterbeteiligung sich für einen Betrieb eignet, ist von vielen Faktoren abhängig.

Die Beteiligung von Mitarbeitern ist in Deutschland im Vergleich zu Ländern wie den USA, Großbritannien und Frankreich relativ gering. Das liegt vor allem daran, dass in den diesen Ländern größere steuerliche Anreize für Mitarbeiterbeteiligungen geschaffen wurden.

Mögliche Vorteile

Dennoch denken in Deutschland immer mehr Unternehmer über eine Beteiligung ihrer Mitarbeiter nach. Primäres Ziel ist es, die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen und diese am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen. Dadurch soll auch eine Mitarbeiterbindung erfolgen.

Ebenso kann die Beteiligung von Mitarbeitern eine denkbare Möglichkeit der Kapitalbeschaffung für Unternehmen sein. Die Befürworter von Beteiligungsmodellen behaupten, dass eine Beteiligung zu einer höheren Identifikation mit dem Unternehmen führt und die Mitarbeiter motivierter, flexibler und leistungsfähiger agieren. Wenn es der Firma schlecht geht, so kann sie das Kapital der Mitarbeiter vor der Insolvenz bewahren. Grundsätzlich können Firmen ihre Eigenkapitalquote mit Mitarbeiterbeteiligungen erhöhen und so auch ihr Rating verbessern.

Formen der Mitarbeiterbeteiligung

Eine Mitarbeiterbeteiligung, die einmal ins Leben gerufen wurde, ist im Nachhinein jedoch schwer rückgängig zu machen. Deshalb muss diese sorgfältig durchdacht und geplant sein. Die konkrete Form der Mitarbeiterbeteiligung ist von vielen Faktoren abhängig; insbesondere auch von der Gesellschaftsform des Unternehmens.

Folgende Formen von Mitarbeiterbeteiligungen sind üblich:

- Stille Beteiligungen: Der Mitarbeiter bringt eine Einlage auf. Dafür erhält er eine reine Gewinnbeteiligung oder eine Gewinn- und Verlustbeteiligung sowie eine Verzinsung. Mitspracherecht steht dem Mitarbeiter bei dieser Form nicht zu. Oftmals werden stille Beteiligungen bei Führungskräften eingesetzt, um diese zu binden und am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen.

- Genussscheine: Vorteil dieser Variante ist, dass sie unabhängig von der Gesellschaftsform ist und damit dauerhaft Finanzmittel gesichert werden können. Die Mitarbeiter werden am Gewinn eines Unternehmens beteiligt. Der Unternehmer kann Verzinsung, Laufzeit, Kündigung und Verlustbeteiligung vorgeben. Der Erwerber eines Genussscheines hat keinen Einfluss auf die Geschäftsführung, jedoch stehen ihm Informations- und Kontrollrechte zu.

Steuerlich besteht für das Unternehmen der Vorteil, dass die Ausschüttungen Betriebsausgaben darstellen. Voraussetzung hierfür ist, dass die die Genussrechte nur eine Gewinnbeteiligung verbriefen. Zu einem Viertel wird Gewerbesteuer fällig.

- Schuldverschreibungen: Dies sind Urkunden, welche die Mitarbeiter erwerben können. Mit diesen Urkunden verpflichtet sich das Unternehmen zur Zahlung der Schuld einer laufenden Verzinsung.

- Mitarbeiterdarlehen: Dabei handelt es sich genau genommen nicht um eine Beteiligung, sondern um eine Form der Kapitalbeschaffung. Die Mitarbeiter gewähren dem Unternehmen ein Darlehen. Eine Absicherung gegen eine denkbare Insolvenz des Unternehmens erfolgt durch Bankbürgschaften. Das Darlehen wird verzinst. Damit wird der Mitarbeiter zu einem Gläubiger, aber nicht zu einem Miteigentümer des Unternehmens. Die Kreditkosten kann das Unternehmen als Betriebsausgaben absetzen.

- GmbH-Beteiligung: Wird das Studio von einer GmbH betrieben, kommt eine Beteiligung an der GmbH in Betracht. Diese Form der Beteiligung wird in der Fitnessbranche insbesondere für die Bindung von Studioleitungen und anderem Führungspersonal eingesetzt. Die Mitarbeiter können am Gesellschaftsvermögen und den dazugehörigen Gegenständen beteiligt werden. Die Beteiligung gilt sowohl für Gewinne, als auch für Verluste.

Die Mitarbeiter kaufen Gesellschaftsanteile und damit Anteile am Unternehmen. Die GmbH erhält dadurch Eigenkapital. Die (Mit-) Gesellschafter haben auch Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten über ihre Gesellschafterrechte.

- Aktien: Aktiengesellschaften können ihre Mitarbeiter am leichtesten am Unternehmen beteiligen – in Form von Aktien, die Mitarbeiter kaufen können, meist zum Vorzugspreis. In Deutschland werden Sportstudios aber eigentlich nie als Aktiengesellschaft betrieben.

Jede dieser Beteiligungsvarianten hat steuerliche Anreize zu bieten, die – auf jeden Fall vor der Einführung eines Beteiligungsmodells – mit einem Steuerberater und einem Rechtsanwalt geprüft werden sollten.

Fazit

Beteiligungen von Mitarbeitern am Unternehmen bieten für beide Seiten eine Reihe von Vorteilen. Bevor aber ein derartiges Modell eingeführt wird, müssen die langfristigen Konsequenzen für das Unternehmen sorgfältig abgewogen werden. Es gibt nahezu keinen Weg zurück, ohne die jeweiligen Mitarbeiter zu verlieren. Ohne Einschaltung von versierten Steuerberatern und Rechtsanwälten ist die Materie für kleine und mittelständische Unternehmen nahezu unüberschaubar.

Dr. Hans Geisler
Rechtsanwalt und Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

Bilder: Fotolia

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