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Serie Life-Balance (6): Der Weg zum Sinn

Erstellt am: 03.05.2018 | Kategorie: Marketing & Sales, Self-Management,
Serie Life-Balance (6): Der Weg zum Sinn

 Wozu mache ich das alles?

Serie Life-Balance (6): Der Weg zum Sinn

 
Geld macht nicht glücklich. Wichtiger ist der wahrgenommene Sinn des eigenen Handelns, meint Lothar Seiwert. Im letzten Teil seiner Serie zeigt er auf, warum uns sinnvolles Handeln glücklich macht und wie Sie persönlich Ihren Sinn des Lebens finden können.
 
Was macht für Sie Sinn? Wie bei vielen Fragen ist diese Einschätzung eine individuelle. Ich möchte das Thema anhand einer kurzen Geschichte einleiten. Es war einmal ein alter Mann, der jeden Morgen einen Spaziergang am Meeresstrand machte. Eines Tages sah er einen Jungen, der vorsichtig etwas aufhob und ins Meer warf. Er rief: »Guten Morgen, was machst du da? «Der Junge richtete sich auf und antwortete: »Ich werfe Seesterne ins Meer zurück. Es ist Ebbe, und die Sonne brennt herunter. Wenn ich das nicht tue, sterben sie« – »Aber, junger Mann, ist dir eigentlich klar, dass hier Kilo­meter um Kilometer Strand ist? Und überall liegen Seesterne. Die kannst du unmöglich alle retten, das macht doch keinen Sinn« Der Junge hörte höflich zu, bückte sich, nahm einen anderen Seestern auf, warf ihn ins Meer und lächelte: »Aber für diesen macht es Sinn«.
 

Ohne Sinn fehlt etwas

Wenn der Sinn des Lebens fehlt, drückt das auf die Seele, es macht unzufrieden, unglücklich, ja depressiv. Fragen Sie sich nicht nur, was Sie erreichen wollen, sondern vor allem wozu – nach dem Sinn dahinter. Die Frage nach dem Sinn hilft nämlich, das Wesentliche zu entdecken und »Nein« zu sagen zu Zeiträubern und heimlichen Boy­kotteuren der Lebenslust, des Lebensglücks, der Zufriedenheit. Fehlt der Sinn im Leben, liegt einem das schwer auf der Seele. Diesen Ballast kann man wegwerfen – und der Sinn kommt zurück. Kompliziert? Nein. Begeben Sie sich mit mir auf eine Entdeckungsreise nach dem Sinn des Daseins.

Frankls Logotherapie

»Tatsächlich wenden sich heute mehr und mehr Patienten an uns mit dem Gefühl einer inneren Leere ... mit dem Gefühl einer abgründigen Sinnlosigkeit ihres Daseins«.
Mit dieser Beobachtung stellte der Wiener Psychiater Viktor E. Frankl seit den 1930er-Jahren die Suche nach Sinn in den Mittelpunkt seiner Logotherapie (das griechische Wort »logos« bedeutet Wort, Ordnung, Sinn). Seine Begründung: Wonach die Menschen streben – Glück, Erfolg, Liebe, Geld –, macht sie nur dann froh und zufrieden, wenn sie in ihrem Tun einen Sinn sehen. Bleibt die Frage nach dem Wozu unbeantwortet, fühlen sich auch Millionäre und Medienstars unglücklich.

Sinn vs. Apathie

Frankl war Jude. Er wurde von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager deportiert. Sogar dort, in  dieser Extremsituation, sah er seine Auffassung bestätigt: Nicht wer über die stärkste Konstitution verfügte, hatte eine Chance, die Hölle zu über­leben, sondern wer eine Vision von der Zukunft hatte, wer auch dem Leiden noch einen positiven Sinn abgewinnen konnte.
Die Übrigen gaben irgendwann auf. Sie blieben in den Baracken liegen, lehnten jede Hilfe ab, und selbst Drohungen oder Schläge rissen sie nicht mehr aus ihrer Apathie.
Frankl selbst fand seinen Lebenssinn in seinem Auftrag als Arzt und in seinem Vertrauen auf Gott. Er betonte jedoch, dass Gläubige nicht besser vor Sinnverlust geschützt seien als Atheisten. Auch Bildung, Wohlstand und Familie bewahren nicht vor der inneren Leere. Entscheidend sei vielmehr, ob es gelingt, anderen etwas Gutes zu tun. Dabei gehe es gar nicht um abstrakte Werte wie Treue, Vaterlandsliebe oder das jenseitige Paradies, sondern stets um konkrete Umstände des Alltags:
• eine Person, die ich liebe.

• eine Erfindung oder Hilfe, die zumindest einigen Menschen das Leben erleichtert,
• Angehörige, die ich in einer Krise unterstütze,
• Freunde, denen ich mit meinem Rat weiterhelfen kann.
 
Selbstbeschränkung hingegen schneidet einen von den Glückschancen ab. Wer sich selbst verwirklichen will, ohne nach dem Wozu zu fragen, wird lebenslang an seiner Vervollkommnung ­herumbasteln, ohne jemals die er­sehnte innere Ruhe zu erreichen.
Wie half nun Frankl seinen Klienten, ihren Lebenssinn zu finden? Er nutzte vor allem zwei Techniken.

 

Dereflexion

Wer am Sinn seines Tuns und Daseins zweifelt, neigt zu ununterbrochenem Grübeln: »Hätte ich damals nicht lieber ...«, »Sollte ich in Zukunft ...« Kennen Sie das? Das dauernde Reflektieren verstärkt die Unzufriedenheit. Frankl lehrte seine Klienten, ihren Denkprozess ins Praktische umzukehren: Anstatt viel vom Leben zu erwarten, sollte man sich darauf zu konzentrieren, welchen Beitrag man zu dieser Welt leisten kann. Was können Sie konkret beitragen, um Ihre Welt zu verbessern?
 
Der Weg zum Sinn führt vom ­Grübeln weg zum aktiven Tun.

Paradoxe Intention

Wenn das bisherige Tun in die Sackgasse der inneren Leere führt, solle man einfach mal versuchen, das Gegenteil des bisher Gewohnten anzustreben. Unglückliche Menschen fühlen sich meist als Opfer der Umstände. Aus Angst vor unliebsamen Konsequenzen verzichten sie darauf, aus dem Käfig des gewohnten Missmuts auszubrechen. Sie leisten mit Widerstreben das, was »man« von ihnen erwartet. Ihr Leben steht unter dem Diktat von Zwängen und Ängsten.
Frankls Methode durchbricht das eingefahrene Verhalten. Ein Beispiel: Wer Angst hat, öffentlich zu reden, weil er immer rot wird und sich verhaspelt, erhält die Anweisung: »Nehmen Sie sich vor, so rot wie möglich zu werden und sich absichtlich zu verhaspeln«.
Wer dieser Anweisung folgt, lernt zwei Dinge. Erstens: Die ausgemalten Konsequenzen sind gar nicht so schlimm wie erwartet – das Publikum lacht ihn nicht aus, sondern ermutigt ihn. Und zweitens: Er erfährt, dass er Herr seines Verhaltens ist. Er kann absichtlich der Anweisung folgen, aber auch etwas anderes tun. Das nimmt ihm das Gefühl, ausgeliefert zu sein.
 
 

Die Frage nach dem Wozu

Fragen Sie sich nicht nur, was Sie erreichen wollen, sondern auch, wozu. Geld, Liebe und Erfolg – was 
bringen Ihnen diese Güter an Lebensqualität und
 Zufriedenheit? Was Sie tun – bringt das auch anderen Nutzen? Wenn Sie im Job unzufrieden sind: Vielleicht liegt es nicht am Betriebsklima oder am Gefühl, dass Ihre Karriere auf der Stelle tritt, sondern daran, dass Sie sich im Innersten überflüssig fühlen? Versuchen Sie einmal im Rahmen Ihrer Tätigkeit – außerhalb Ihrer üblichen Pflichten –, einem Kunden oder Kollegen mit einem überraschenden Gefallen das Dasein zu erleichtern, und prüfen Sie, wie Sie sich danach fühlen.
 

 

Im Zweifel entscheidet das Herz

Sie kennen Ihre Prioritäten nicht? Oder können sich zwischen zwei Alternativen nicht entscheiden? Sie verdienen zum Beispiel Ihr Geld als Bankkaufmann, das Leben ist recht bequem und macht auf den ersten Blick Sinn – und nun bietet Ihnen ein Freund an, als Tauchlehrer in seine Schule in der Dominikanischen Republik einzusteigen. Ein Traum? Tauchen ist Ihr Hobby. Warum tun Sie das dann nicht?
Sie suchen nach dem, was Ihnen wirklich wichtig ist im Leben? Dann hilft es, erst mal schriftlich alle Für und Wider abzuwägen. Wenn zwei Alternativen gleich verlockend (oder gleich unangenehm) erscheinen, stellt man sich im zweiten Schritt wie in einem Film die erfolgte Verwirklichung vor. Und spüren Sie in sich hinein, wie Sie sich fühlen. Entscheiden Sie sich für die emotional angenehmere Variante.
 
Prof. Dr. Lothar Seiwert

 

 

 

Fotos: © Jeanette Dietl - Fotolia.com, © Avanne Troar - Fotolia.com 


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