Brandneu Aktuelle Ausgabe Newsletter abonnieren
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige - - Anzeige - - Anzeige -
- Anzeige - - Anzeige - - Anzeige -

YOGA von A bis Y

Erstellt am: 16.03.2016 | Kategorie: Group-Fitness,
YOGA von A bis Y

Yoga

12 x Yoga für jede Zielgruppe

Yoga hier, Yoga dort. Man kann sich diesem kaum noch entziehen. Nett anzusehende Yogabilder, farbenfrohe Logos, trendige Yogakleidung oder spezieller Yoga-Tee: Es gibt kaum noch eine Branche, Zeitschrift oder bekannte Persönlichkeit, die sich nicht als Fan outet. So gesehen sollte man Yoga als trendiges Konsumgut und hippe Lebenseinstellung vielleicht einmal ausblenden und sich lieber einmal mit der Übungs- und Effektvielfalt auseinandersetzen. Von Atemtechniken über Herz-Kreislauftraining bis hin zur Muskeltraining oder Therapieergänzung bei Burn-Out und Krebs bietet Yoga Unmengen an Möglichkeiten für jede Zielgruppe – und jedes Studio.

Yoga hat sich mittlerweile zum festen Konsumgut entwickelt. Entsprechend groß ist dieser Wirtschaftszweig, der aus vielen kleinen und auch größeren Yogastudios, Ausbildungsstätten, Reisen und Seminaren besteht. Dabei trägt der neoterische Yogi selbstverständlich spezielle stylische Kleidung von entsprechend trendigen Labels. Nicht vergessen darf man hierbei die attraktive Verpackung und das Design mit der entsprechenden Aussage: Mache Yoga und Du wirst happy, findest endlich zu Dir selbst, kommst ins Licht und so weiter.
Festzuhalten ist, dass Yoga weit mehr ist, als im Schneidersitz auf einem entsprechenden Yogakissen oder Bänkchen zu sitzen und vor sich hin zu meditieren. Und wenn man etwas weiter gehen möchte, dann wird man sehr schnell feststellen, dass Yoga nicht gleich Yoga ist.
Indes sollte man hierbei gut Acht geben und genau hinschauen, was Yoga wirklich ist. Dann kann man nämlich erkennen, dass Yoga sich allem materiell-zielorientierten Handeln entzieht und rein gar nichts mit bunten Bildchen, coolen Yogalehrern oder trendigen Yogaklamotten gemeinsam hat. Wenn man Yoga wirklich zielfrei ausübt und in sein Leben integriert, dann kommen die gewünschten Effekte von ganz alleine.

Yoga – von der Heilkunst zum Trend

Wie auch alle anderen Märkte hat die Yoga-Szene mittlerweile ihre eigenen Stars und Sternchen. Es gibt wohl kaum einen Bereich, der ohne seine Ideale und Gurus auskommt. Diese kann man dann auf Kongressen und Veranstaltungen oder in Yogaschulen bewundern, deren Bücher kaufen oder sie auf Youtube abonnieren. Jedoch war all dies im Herkunftsland des ursprünglichen Yogas noch komplett anders. Angeblich werde Yoga in Indien schon seit rund 5.000 Jahren praktiziert und zählt zu einer der ältesten Wissenschaften, die sich mit dem Menschen in seiner Komplexität und Ganzheit befasst.
Yoga ist nur der Überbegriff für eine Vielzahl von körperlichen sowie geistigen Übungen. Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort „Yoga“, das aus dem Sanskrit kommt, so etwas wie Einheit, Harmonie, Verbindung.
Jedoch geriet dieses jahrtausendealte Wissen um die medizinischen Heilkräfte von Yoga unter der britischen Kolonialherrschaft fast in Vergessenheit. In den 1930er Jahren entwickelte der Yoga-Meister B. K. S. Iyengar, der im August 2014 im Alter von 95 Jahren starb, aus der alt­indischen Hatha-Tradition neue Techniken. Iyengar-Yoga wird inzwischen auf der ganzen Welt praktiziert und anerkannt. Sogar zur Unterstützung von Krebspatienten wird es eingesetzt. Für das „Time Magazin“ war Iyengar 2004 einer der 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Selbst der Suchmaschinen-Gigant Google ehrte den Yoga-Meister mit einem Geburtstags-Doodle am 14.12.2015. An diesem Tag wäre er nämlich 97 Jahre alt geworden. Er selbst pflegte übrigens zu sagen: „Man kann den Wert von Yoga nicht beschreiben, man muss ihn erfahren.“
In unserer westlichen Welt war Yoga zunächst verpönt. Meist Aussteiger oder belächelte Hippies und Esoteriker praktizierten diese seltsamen Verrenkungen.
Wer dagegen heute Yoga macht, ist in der Gesellschaft absolut anerkannt und voll im Trend. Denn Yoga ist Lifestyle.

12 Yoga Arten und ihre individuelle Ausprägung

Bis heute haben sich sehr viele verschiedene Arten und hieraus wieder entsprechende Stile entwickelt. Yoga kann man dabei traditionell oder modern, sanft oder schweißtreibend, spirituell oder körperorientiert aus­üben.
Yoga ist und bleibt jedoch einfach Yoga – Lifestyle hin oder her. Natürlich kann jeder davon profitierten und vom Yoga-Kuchen abbekommen um damit Geld zu verdienen.
Jedoch sollte man meines Erachtens die Philosophie und den Gedanken dahinter nicht verlieren und alles nur noch auf Konsum und Profit ausrichten. Dies ist inzwischen in der Fitnessbranche immer mehr der Fall und eine Vielzahl an Studiobetreibern vergessen die Wurzeln beziehungsweise den Urgedanken, nämlich die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Ursprünglich ist Yoga jedoch weder Sport noch Religion. Ziel der alten indischen Bewegungslehre ist es generell, Körper, Geist und Seele in Harmonie zu vereinen und dadurch zu stärken. Je nach Yoga-Art und Stil werden jedoch unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Yoga bietet immens viele Variationen. Im Folgenden stelle ich Ihnen die bekanntesten vor, so dass Sie am Ende selbst für sich entscheiden können: Welche Yoga-Art passt zu mir bzw. in meinen Fitnessclub?

1. Hatha Yoga

„Hatha Yoga“ ist die ursprüngliche und klassische Form von Yoga. Sie bedeutet „Kraft und Energie“. Basierend hierauf wurden viele neue Yoga-Arten entwickelt. Durch sehr körperbezogene Übungen, Atemtechniken und Meditation entsteht ein Gleichgewicht zwischen Körper und Geist. Die körperlichen Übungen (Asanas) werden mit Atemtechnik (Pranayama) und Tiefenentspannung (Yoga Nidra) miteinander verbunden. Dadurch wird der Geist ruhiger. Das Ziel beim Hatha Yoga liegt darin, Muskeln, Bänder und Sehnen zu kräftigen und dabei die inneren Organe zu stärken. Gleichzeit soll psychischen Erkrankungen und Belastungen entgegengewirkt oder diese sogar beseitigt werden. Hatha Yoga dient in vielen Ländern als Prophylaxe von Krankheiten oder auch als körperorientierte Psychotherapie. Die Übungen wirken sich harmonisierend auf das vegetative Nervensystem aus.

2. Ashtanga Yoga

Ashtanga Yoga ist ein dynamischer und fließender Yoga-Stil, der auf der ganzen Welt gleich ausgeführt wird. Die teilweise anspruchsvollen Übungen werden in rascher Folge ausgeübt. Der Schwierigkeitsgrad steigt in verschiedenen Stufen an. Die einzelnen Übungen sind im Einklang mit der Atmung und durch eine festgesetzte Abfolge, oftmals durch Sprünge, miteinander verknüpft. Bei dieser sehr alten Yoga-Form spielen das Spirituelle und die Meditation eine eher beiläufige Rolle. Aufgrund dessen ist Ashtanga Yoga eine gute Trainingseinheit für das Herz-Kreislauf-System, Atmung, Dehnung und Kräftigung der Muskulatur.

3. Power Yoga

Power Yoga wurde in den USA für Tänzer und Schauspieler entwickelt. Es ist eine sehr intensive und dynamische neue Yoga-Form, die aus dem klassischen Ashtanga entstand. Es stellt eine harmonische Mischung aus Krafttraining und intensiven Dehnübungen dar. Ein besonderer Focus liegt hier auf den stetigen Bewegungsabläufen, die synchron mit der Atmung durchgeführt werden. Das intensive Körpertraining fördert jedoch auch das Bewusstsein, die Konzentration, Kraft und Flexibilität. Immer besser findet man eine Ausgewogenheit zwischen Ruhe und Dynamik sowie Energie und Entspannung. Es ist wichtig, den Körper zu fordern, jedoch nicht zu überfordern. Power Yoga stärkt das Herz-Kreislauf-System sowie die Balance von Kraft und Beweglichkeit.

4. Iyengar Yoga

Iyengar Yoga ist eine aktive und herausfordernde Form, die Stärke und Stabilität sowie Flexibilität, Balance und Konzentration fördert. Entspannung wird beim Iyengar Yoga nicht durch Pausen erreicht, sondern durch wechselnde, aufeinander abgestimmte Übungsfolgen im Stehen, Sitzen und Liegen. Diese Yoga-Art ist für jeden geeignet, unabhängig von Alter oder körperlicher Verfassung. Die Übungen sind in unterschiedlichen Varianten ausführbar und es können auch Hilfsmittel wie Klötze, Gurte oder Bänke hinzugenommen werden. Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer werden gefördert und gleichzeitig wächst die Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper.

5. Jivamukti Yoga

Jivamukti ist ein sehr herausfordernder neuer Yogastil, bei dem die Dynamik im Vordergrund steht. Die anstrengenden Asanas werden flott und fließend ausgeführt, so dass man dabei gut ins Schwitzen kommt. „Meditation in Bewegun“ lautet die Devise. Dieser Yoga-Stil wurde 1984 basierend den klassischen Lehren entwickelt und liegt heute voll im Trend. Zahlreiche Prominente schwören auf die schweißtreibende Entspannung. Jivamukti bedeutet so viel wie „die Befreiung der Seele“.

6. Bikram Yoga

Bikram Yoga basiert auf der Lehre der Hatha-Schule und wird auch „Hot Yoga“ genannt. Um den Praktizierenden richtig ins Transpirieren zu bringen, wird der Raum auf ca. 38–40 Grad aufgeheizt. Gleichzeitig herrscht eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 40 Prozent. Die patentierte Übungsfolge besteht aus 24 Hatha-Yoga Übungen und zwei Atemübungen. Es ist ein sportliches und forderndes Yoga und soll die physische Körperkraft, Flexibilität und Balance verbessern. Durch das sehr intensive Schwitzen wird der Körper noch besser entgiftet.

7. Sivananda

Beim Sivananda Yoga geht es weniger um die körperliche Fitness, als mehr um ein allumfassendes Yoga. Aufgrund dessen ist diese Yoga-Art auch sehr gut für Anfänger geeignet. In einer Stunde werden zwölf sanfte Posen in einer festgelegten, fließenden Reihenfolge wiederholt. Damit werden die verschiedenen Energiezentren, auch Chakras oder Chakren genannt, wieder zum Fließen gebracht. Sivananda basiert auf fünf Prinzipien: Neben den Asanas spielen Atemübungen und Tiefenentspannung eine ebenso wichtige Rolle wie bewusste Ernährung und Meditation.

8. Vinyasa Yoga

Vinyasa Yoga kommt aus dem Ashtanga. Die Übungen werden harmonisch mit dem Atem ausgeführt und gehen dynamisch ineinander über. So entsteht auf natürliche Art und Weise eine Bewegungsserie (Flow), die für diejenigen besonders geeignet ist, die Meditation in Bewegung suchen.

9. Kundalini Yoga

Kundalini Yoga ist eine sehr spirituelle Yoga-Art und steht vor allem im Zeichen des Geistes. Stressgeplagte sind hier gut aufgehoben, wobei jedoch die körperliche Anstrengung nicht außen vor bleibt. Die relativ einfachen Körperposen werden minutenlang gehalten oder oft wiederholt. Dies ist jedoch nicht als Kraftakt gedacht, sondern soll vielmehr den Geist zur Ruhe bringen. An Stelle von Beweglichkeit steht bei diesem traditionellen Yoga-Stil Dynamik und Durchhaltekraft im Vordergrund. Beim Kundalini werden mitunter auch Mantren (Silben, Wörter oder kurze Sätze) zur Unterstützung der Entspannung gesungen.

10. Hormon Yoga

Hormon Yoga ist ebenfalls eine moderne und therapeutische Variante. Altbekannte Übungen in Kombination mit einer speziellen Atmung sollen hormonproduzierende Drüsen und Organe besser arbeiten lassen. Gerade Frauen soll es helfen, die Vitalität zu erhalten und Beschwerden im Verlauf der Wechseljahre entgegen zu wirken. Natürlich können auch Männer davon profitieren.

11. Yogilates

Yogilates ist eine trendige Wortschöpfung und setzt sich aus „Yoga“ und „Pilates“ zusammen. Bei diesen Kursen werden also Yoga- und Pilates-Übungen miteinander kombiniert. Pilates ist eine besonders rückenschonende Trainingsmethode, die ihre Wurzeln in Deutschland hat. Joseph Hubert Pilates wurde 1883 in Mönchengladbach geboren und setzte sich intensiv mit der Yoga-Lehre auseinander, ehe er seine Übungen entwickelte. (Beachten Sie hierzu auch den Pilates-Artikel in der F&G-Ausgabe 7/2015, S. 80ff.)
Beim Yoga steht etwas mehr die Entspannung im Mittelpunkt, beim Pilates die Straffung und Stärkung des Körpers. Bei beiden Trainingsarten spielt die Atmung eine zentrale Rolle, so dass eine Kombination dieser beiden Trainingsstile sehr harmonisch ist.

12. Chakra Yoga

Chakra Yoga hat seinen Ursprung in der indischen Philosophie, bei der die sieben Hauptchakras (Energiezentren entlang der Wirbelsäule, teilweise mit anatomischen Nervenzentren vergleichbar) angesprochen werden. Das Ziel bei dieser Yoga-Art ist es, ein Ungleichgewicht der verschiedenen Chakras oder Chakren auszugleichen und zu harmonisieren. Die Immunabwehr soll gestärkt, das Herz-Kreislauf-System stabilisiert, dabei die Organe positiv unterstützt werden. Dies ist eine eher meditative Form des Yogas und fördert die innere Ruhe und Gelassenheit. Daher wird sie auch bei psychischen und psychosomatischen Störungen wie Burnout-Syndrom oder Essstörungen empfohlen.

Jeder Mensch kann Yoga praktizieren, so lange er atmet

Sie haben gerade gelesen, wie vielfältig Yoga ist. Jedoch hört und liest man nicht nur positive Dinge über Yoga. In manchen Berichten wird von Yoga sogar abgeraten, da es angeblich auch körperliche Schäden hervorrufen kann. Natürlich ist es wie bei allen Dingen: Wenn man mit der falschen Zielsetzung oder unter unkorrekter Anleitung an die Sache herangeht, dann kann sich Joggen auch negativ auf die Gelenke auswirken, Krafttraining an Fitnessgeräten oder freien Gewichten ohne entsprechende Anleitung Beschwerden hervorrufen. Essen kann ungesund sein und manchmal auch dick machen. Radfahren und Fliegen sogar tödlich enden. Man sollte wissen, was man tut und entsprechend achtsam mit sich und seinem Körper umgehen – nicht nur beim Yoga. Dazu braucht man gute Lehrer und Trainer und einen Sinn dafür, wo das Ego überhandnimmt.
In der heutigen Zeit sind wir pausenlos damit beschäftigt, das eigene Ich neu zu erfinden. Im täglichen Geschehen wird dies oft dadurch ausgelöst, dass wir uns durch ein „noch höher, noch schneller, noch weiter“ hervortun. Dabei wollen wir uns ständig selbst optimieren und sind permanent mit anderen im Vergleich.
Im Laufe meiner jahrelangen Yogaausübung höre ich immer wieder Aussagen wie: „Ich würde ja gerne zum Yoga gehen, jedoch bin ich viel zu unbeweglich / zu unruhig / zu gestresst dafür...“. Diese Behauptungen sind gleichzusetzen mit: „Ich bin zu schmutzig, um zu duschen.“
Sri Patthabi Jois sagt: „Jeder Mensch kann Yoga üben, so lange er atmet.“
Die Yogamatte sollte der Ort sein, dem täglichen Leistungsdruck zu entfliehen. Ein Ort, an dem wir lernen können, uns genauso wunderbar perfekt und wunderbar imperfekt anzunehmen, wie wir Menschen nun einmal sind.
Denn wie stand es der Überlieferung zufolge bereits am Eingang des Tempels von Delphi: „Erkenne dich selbst“. Damals so aktuell wie heute.
Pia Schäfer

 

Titelbild: © scusi - Fotolia.com

YOGA von A bis Y YOGA von A bis Y YOGA von A bis Y

« zurück

Ähnliche Beiträge

- Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige - - Anzeige -

© F&G - Fitness & Gesundheit 2018