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Zwischen Apps, Influencern & dem perfekten Body

Erstellt am: 05.06.2019 | Kategorie: Studio-Management, Self-Management,
Zwischen Apps, Influencern & dem perfekten Body

Bereits über eine Millionen Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren trainieren in deutschen Studios – Tendenz steigend. Gerade bei Jugendlichen gewinnt das ­Fitnessstudio als Alternative zum Vereinssport immer mehr an Bedeutung. Noch stehen Discounter-Studios mit Lockangeboten von 10 – 20 Euro monatlich hier hoch im Kurs. Doch auch die Mittelklasse der Studios entdeckt junge Menschen zunehmend als lohnende Zielgruppe. Denn gewinnt man einen Youngster, so zieht dieser nicht selten gleich seine „best buddies“ als Neukunden mit ins Studio.

Besonders die männlichen Teenager trainieren gerne im „Rudel“ und auch fitness­willige Mädchen treten im Kurs oder an Geräten mindestens im Duo auf. Immer mehr Studios kooperieren mit Schulen und bieten Info-und Probetage an, um in das Blickfeld der Schüler zu gelangen.

Wer trainiert, macht auch Fehler…

Wenn junge Menschen trainieren, machen sie selbstverständlich auch Fehler. Hier beginnt die Verantwortung des Personals. Die Mindestaltersgrenzen für den Fitnesseinstieg ist bei den einzelnen Studios sehr unterschiedliche – von 14 – 18 Jahren. Für längere Vertragsabschlüsse wird meist die Unterschrift der Eltern verlangt. Rechtlich sind Studios bei jungen Kunden auf der sichereren Seite, wenn sie sich zusätzlich eine ärzt­liche Bescheinigung über die Fitness der Kids vorlegen lassen.

Was aber tun, wenn man als Trainer dieses Jung-Klientel – nach der professionellen Trainingsplanerstellung – bei Bewegungen an (anderen) Geräten entdeckt, die weder korrekt ausgeführt noch gesundheitsförderlich sind?

Wer jugendliche „Pubertiere“ kennt, der weiß, dass sie alters- und hormonbedingt oft extrem denken und auch so handeln. Dies zeigt sich sowohl im Umgang mit ihrem eigenen Körper und den damit verbundenen Ideal­vor­stellungen, als auch bei ihren Trainingszielen & -methoden. Mit Youtube-­Halb­wissen und oft unrealistischen Vorstellungen von der eigenen Leistungsfähigkeit suchen sie den schnellen Erfolg. Billig-Ketten können beim Fitnessnachwuchs aufgrund des schlechten Betreuungsschlüssels meist kein verantwortungsvoll betreutes Training garantieren. Hier liegt die Chance der Einzelstudios, denn den Vertrag unterschreiben ja meist die Eltern, die ihr Kind in punkto Betreuung im Studio in guten Händen wissen wollen!

Um die Youngster im Rahmen der Trainingsbetreuung dann gut beraten zu können, sollte man zunächst ein Stück in „ihre Welt“ blicken – das gilt insbesondere für digitale Einflüsse.

Körperarbeit ist Identitätsarbeit

Körperlichkeit ist für den Teenager das zentrale Thema. Wie sehe ich aus? Was für Klamotten trage ich? Wie komme ich damit in meinem Umfeld an? Jugend­liche sind auf der Suche nach sich selbst. Orientierung bieten da einerseits Vorbilder und zum anderen Spiegelbilder. Oft sind die Jugendlichen jedoch nicht zufrieden mit dem, was ihnen aus dem Spiegel entgegenblickt. Die Mädels fühlen sich meist zu dick, die Jungs beklagen sich über nicht vorhandene Muskelmasse und finden ihre schlaksigen Gliedmaßen wenig attraktiv.

Instagram & Influencer, Youtube & Apps

Youngster eifern dabei häufig medial vermittelten Körperidealen hinterher: Illustrierte, Fernsehen, Werbung, Internet – überall finden sich Bilder künstlicher Makellosigkeit.

Mit dem Smartphone als ständigem Begleiter huldigen sie geradezu den schnelllebigen Infos von angesagten Bloggern auf Instagram oder Youtube. Ein Star in der Fitness-Blogger-Branche ist mit über vier Millionen Followern z.B. Pamela Reif. Auch Sophia Thiel hat es mit 1,3 Millionen≠ Abonnenten geschafft. Natürlich gibt es noch unzählige andere „digitale Sternchen“, die manchmal genauso schnell wieder verschwinden, wie sie auftauchen. Sie alle teilen ihre Erfolgs­geschichten in täglichen Posts und Videos und werden dadurch zu Vorbildern, insbesondere für junge Leute. Die wenigsten Youtuber vermitteln jedoch fundiertes Wissen und warnen vor den Stolpersteinen, die es mit sich bringen kann, wenn Jugendliche ihre Ernährung und ihr Training radikal umstellen wollen.

Schön sein – und das bitte schön schnell!

Die Motivation von männlichen und weiblichen Jugendlichen, an ihrem Körper zu arbeiten, hat nicht selten zum Ziel, möglichst schnell sichtbare Ergebnisse zu erlangen. Das geht nicht selten bis an die gesundheitlichen Grenzen – oder sogar darüber hinaus.

In punkto Körperlichkeit und Aussehen gibt es quasi immer etwas zu verbessern: Während die Mädels versuchen, ihr gesamtes Erscheinungsbild der Makellosigkeit virtueller Vorbilder anzunähern, pushen sich die männlichen Jugendlichen in ihrer Gruppe vor allem beim Krafttraining gegenseitig zu (übertriebenen) Höchstleistungen.

Dabei ist schlank zu sein und den Gewichts- & Fettanteil rasch zu reduzieren bei den Mädchen heute nicht das alleinige Ziel. Die Idole aus dem Netz können auch mit definierter Bauch- und Armmuskulatur aufwarten.

Damit es trotzdem möglichst schnell klappt mit dem muskulösen Body, greifen Jugendliche mitunter auch zu Nahrungsergänzungsmitteln. Schnell ist beim Thema Muskelaufbau auch von „Tabletten und Pulvern“ die Rede. Die Dosierung der selbst verabreichten Eiweißpräparate folgt oft leider dem Prinzip „viel hilft viel“. Das gilt häufig auch für die Trainingseinheiten. Dort kann man beim Fitness-Nachwuchs oft mangels Wissen und/oder Konzentration unsaubere Bewegungsausführung beobachten. Nicht selten wird beim battle mit dem „best buddy“ auch mehr Gewicht aufgelegt, als angemessen.

Genau an diesem Punkt hat der Trainer die Verantwortung, einzugreifen – jetzt ist die sensible und professionelle Ansprache durch die Studiomitarbeiter gefragt. Doch wie geht das?

Das sokratische Gespräch

Kommunikation heißt: in Kontakt treten. Damit das bei Jugendlichen auch gelingt, sind einige Regeln zu beachten, denn sonst lassen sie einen einfach stehen, wörtlich oder im übertragenen Sinn.  Eine effektive Methode der Kommunikation mit dieser Zielgruppe ist das sogenannte sokratische Gespräch. Der griechische Philosoph Sokrates ging dabei von einer gewissen Sachkenntnis seines Gegenübers aus. Er stellte Fragen und/oder fragte nach, anstatt selbst zu erzählen. Genau dieses Prinzip hilft, wenn Trainer Jugendliche bei einem Training erfolgreich anleiten bzw. korrigieren möchten.

Praxisbeispiel aus dem Studio

Beobachtet man im Studio ein Mitglied der jungen Generation dabei, wie es seinen Trainingsplan versucht nach „oben zu korrigieren“, um sich nahezu maximal zu belasten und leiden dabei auch noch Haltung und Bewegungsausführung, dann könnte ein Gesprächs­einstieg wie folgt aussehen:

„Hi, ich sehe, Du hast schon echte Fortschritte gemacht und willst schnell etwas erreichen – bist ja nahezu jeden Tag im Studio – Klasse, dass Du so motiviert bist! Wie sieht Dein Training an diesem Gerät konkret aus? Wenn Du magst, kann ich Dir zeigen, wie Du Dein Training optimieren kannst, damit du noch mehr Spaß am Training hast und noch effektiver trainierst. Hast Du eine Idee, wie das gehen könnte? Nein, dann helfe ich dir hier gern. Man kann effektiven Muskelaufbau auch mit Trainings­varianz wie 2-er Split Training und durch eine begleitende Ernährungsstrategie erreichen… und wenn Du dann noch die Bewegungsausführung in den Geschwindigkeiten variierst, setzt Du zusätzliche Reize: Falls Du magst und Zeit hast, können wir zusammen über­legen, was bei Dir noch rauszuholen ist. Da geht bei dir bestimmt noch was!“

Hat man es erstmal geschafft mit Jugendlichen wirklich zu kommunizieren, zeigen sie sich oft sehr aufgeschlossen, nehmen Tipps auch gerne an und tragen Erfolge auch in ihre „Community“ weiter. Der Effekt einer verantwortungsvollen Betreuung mit Draht zur Jugend ist denkbar positiv: Einerseits bewahrt man die Youngster vor gesundheitlichen Schäden, andererseits erzählen diese, wie gut das Training im Studio läuft und dass die Trainer da „echt gut drauf sind & Ahnung haben“ – eine effektivere Zielgruppenwerbung gibt es nicht.

Kommunikationstipps:

Nicht angesagt:

  • Monologisieren: Informationen werden „heruntergebetet“
  • Befehlston „Du musst aber,…. Du kannst doch nicht…!

Angesagt:

  • Gesprächseinstieg über motivierenden Zuspruch oder Fragen
  • Jugendliche zum Mitdenken einladen
  • Denkprozesse mittels Fragen begleiten – sokratisches Prinzip
  • Wechselseitige respektvolle Gesprächsführung auf Augenhöhe
  • Aktiv und geduldig zuhören

 Bei Korrektur von Trainingsfehlern: Optimierung des persönlichen Fortschritts betonen

Teil 1 dieser Kurzserie finden Sie auf der Homepage der F&G unter dem Titel „Wissen Sie, wie Ihre Kunden ticken?“, Teil 2 unter „50 plus: kraftvoll, körperbewusst & kommunikativ“.

 

Recherchetipps

Kommunikation mit Jugendlichen: www.beltz.de/fileadmin/beltz/leseproben/9783407221810.pdf

Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen: www.fitness.de/fitness/training-als-jugendlicher-krafttraining-als-jugendlicher-in-der-wachstumsphase

 

Bild: Fotolia_nd3000

 

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