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Wettbewerbsverzerrung durch Vereins-Fitnessstudios

Verspielt der DSSV durch „Sparsamkeit“ die Chancen der Fitnessbranche bei der EU-Kommission?

Bei der Gründung des Bundesverbandes Gesundheitsstudios Deutschland e.V. (BVDSD) am 2. Dezember 2013 waren auch die Studiobetreiber Thomas Röhrle (Fellbach) und Botond Mezzey (Brühl) dabei. Beide gelten als besonders hart betroffen durch die unmittelbare Nähe ihrer Anlagen zu neu eröffneten Vereins-Fitness-Centern. Beide werden durch den FID-Anwalt Dr. Hans Geisler und sein Team rechtlich vertreten.

Der immer auf Kostenminimierung bedachte Deutsche Sportstudio Verband (DSSV e.V.) war dieser Aktivität der FID zunächst beigetreten.

Doch dann kam (wie in der F&G Ausgabe 6/2013 berichtet) beim Inline-Kongress am 09.10.2013 der Bruch zwischen der FID und dem DSSV e.V. Noch während dieses Inline-Kongresses fand sich dann eine Gruppe, die bereit war, unzufrieden mit der Arbeit und insbesondere mit dem Einsatz des DSSV e.V. in Sachen Wettbewerbsverzerrung durch Vereine, eine neue Interessenvertretung, sprich einen neuen Verband für Studiobetreiber zu gründen. Zu dieser Gruppe gehörten dann auch Thomas Röhrle und Botond Mezey, die auch weiterhin Ihr Mandat bei Dr. Geisler und seinem Kollegen Dr. Franke in guten Händen sehen. Da auch die FID, die Notwendigkeit eines neuen Verbandes signalisierte, trafen sich wenige Tage später Dr. Geisler, Paul Underberg, Patrick Schlenz und Volker Ebener in Dorsten und man führte ein erstes positives Gespräch über das Verbandskonzept des BVGSD e.V. und eine mögliche Kooperation zu Gunsten der in Not geratenen Studiobetreiber.

Weitere Gesprächstermine wurden vereinbart.

Der inzwischen ohne rechtliche Vertretung alleine dastehende DSSV e.V. hatte mit dem Kletterhallenverband jedoch bald einen neuen Partner gefunden, der bereit war, den DSSV e.V. in sein laufendes Verfahren mit der EU in Sachen Wettbewerbsverzerrung aufspringen zu lassen.

Ein typisches DSSV-Vorgehen, wobei dieser jedoch verkennt, dass der Kletterhallenverband e. V.

a.)   aufgrund negativer Vorbescheide bereits im Beschwerdeverfahren gegen die EU-Kommission ist (Klage des Kletterhallenverbandes vom 18.03.2013 gegen die europäische Kommission zwecks Nichtigkeitserklärung der Entscheidung der Europäischen Kommission vom 5. Dezember 2012 betreffend der staatlichen Beihilfe für Kletteranlagen des Deutschen Alpenvereins), und sich

b.)   der Sachverhalt bei den Kletterhallen sich weitaus weniger erfolgsversprechend als bei den Fitnessstudios darstellt.

(Nachzulesen: Staatliche Beihilfe SA.33952 (2012/NN)-Deutschland Kletteranlagen des Deutschen Alpenvereins)

Natürlich könnte man sagen, der stete Tropfen höhlt den Stein, doch wenn man mit einem Partner zusammenarbeitet, der schon angeschlagen ist, vermindern sich zumeist die eigenen Chancen.

Der DSSV möge daher trotz der dadurch entstehenden höheren Eigenkosten prüfen, ob der Kletterhallenverband hier der richtige Partner ist, oder, ob er hier nicht besser ein eigenes Verfahren betreibt.

Dramatisch wäre es, wenn der DSSV jetzt durch eine weitere Negativ-Entscheidung gegen den Kletterhallenverband mitbelastet würde und so die guten Chancen der Fitnessbranche verspielen würde.

Ob es überhaupt zu einer Integration der Fitnessbranche in den Kletterhallenprozess kommen wird, ist zumindest momentan fraglich.

Die Prozessunterlagen in den beiden bei der FID anhängigen Verfahren Röhrle (Fellbach) und Mezey (Brühl) liegen alle bei der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Geisler. Die beiden Mandanten wollen auch bei dieser Vertretung und dem BVGSD bleiben.

Also, mit welchem Material wird der DSSV e.V. bei seinem Partner Kletterhallenverband aufschlagen?

Da helfen auch keine noch so freundlichen Anrufe von Frau Schwarze.

Unser Tipp, in Württemberg gibt es momentan mindestens 100 gefährdete gewerbliche Anlagen, die gerne Ihre Unterlagen für einen solchen Rechtsstreit zur Verfügung stellen würden. Darunter sind sicher einige DSSV-Mitglieder.

Volker Ebener

© F&G - Fitness & Gesundheit 2018