Brandneu Aktuelle Ausgabe Newsletter abonnieren
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige - - Anzeige - - Anzeige -
- Anzeige - - Anzeige - - Anzeige -

„Effektivität, Gesundheit und Spaß verbinden“

Nachgefragt bei eGym

Die Newcomer der eGym GmbH hatten 2012 einen viel beachteten Markteinstieg. Die Geräte der Münchener Firma verbinden Fitness, Informationstechnologie und Social Media zu einem innovativen Angebot. Welche Pläne haben die Köpfe des Start-Ups? Wie sind die Perspektiven und wie sind Infrastruktur und Service organisiert? F&G-Verleger Volker Ebener und Patrick Schlenz haben bei Geschäftsführer Philipp Roesch-Schlanderer und Vertriebsleiterin Christin Görlach nachgefragt.

 

F&G: Herr Roesch-Schlanderer, vor einiger Zeit sind Sie mit Ihrem Unternehmen, der eGym GmbH, plötzlich aus dem „Nichts“ in der Fitnessbranche aufgetaucht.

Wie kamen Sie auf die Idee, sich in der Fitnessbranche zu engagieren?

Philipp Roesch-Schlanderer: Während meines Studiums in New York habe ich 2008 zum ersten Mal regelmäßig im Universitäts-Studio trainiert. Gleichzeitig hatte ich mein erstes iPhone und neben der fantas­tischen Erfahrung, in New York zu leben, begeisterten mich die Möglichkeiten der IT.

Im Fitnessstudio fragte ich mich jedes Mal, warum sich die ganze Welt durch IT so wahnsinnig verändert hat, nur das Studio technisch auf dem Niveau von vor 15 Jahren stehen geblieben ist. Nach kurzer Zeit trainierte ich dann auch mit einem Profi, der mir einige Tricks zeigte, durch die das Training erst richtig effektiv wird.

Zurück in Deutschland drängte sich die Frage auf: Kann man nicht das Training effektiver und gesünder machen und gleichzeitig mit mehr Spaß verbinden?

 

F&G: Wenn man so aus dem „Nichts“ auftaucht stellt sich schnell die Frage, ob das Unternehmen einen finanziellen Background hat, um ggf. auch schwere Zeiten zu überstehen. Verfügen Sie einen ausreichenden finanziellen Spielraum, um zu gewährleisten, dass Sie auch noch in 10 Jahren im Markt sein werden?

Philipp Roesch-Schlanderer: Vorweg: eGym ist solide finanziert. Unsere Investoren glauben fest an unsere Idee bzw. das Team und streben nicht nach dem schnellen Exit.

Abgesehen davon waren unsere ersten operativen Monate viel versprechend, weshalb ich fest davon überzeugt bin, dass wir unseren ehrgeizigen Businessplan in einem stabilen Marktumfeld auch mittel- und langfristig halten, wenn nicht sogar übertreffen werden.

 

F&G: Der Gerätemarkt ist auf Anbieterseite recht gesättigt. Auch im Zirkel-Trainingsbereich bzw. im Bereich der vernetzten Geräte haben sich mittlerweile einige Firmen positioniert. Wo sehen Sie die strate­gische Lücke, um Ihr Produkt langfristig erfolgreich zu platzieren?

Philipp Roesch-Schlanderer: Ich will die Leistung unserer Wettbewerber in diesem Bereich gar nicht klein reden, aber woran wir arbeiten, das gibt es schlicht und ergreifend im Markt noch nicht. Ich nenne das, was wir entwickeln gerne „connecting the dots“, also die Verbindung von Körperbewusstein und Gesundheitsorientierung mit den Möglichkeiten der modernen, interaktiven Informations- und Kommunikationstechnik.

Es geht dabei darum, dem Studiobetreiber ein effizientes Organisationstool bereitzustellen und gleichzeitig den Studiokunden möglichst individuell mit Hilfe der IT zu be­treuen. Das bedeutet konkret, dass wir effektive Trainingsmethoden genauso anbieten müssen, wie tief­gehende Auswertungen. Darüber hinaus muss das Fitnessstudio den Weg mit den Kunden in das digitale Zeitalter von facebook, Nike Plus und Co. mitgehen.

 

F&G: Das Wettbewerbsunternehmen milon industries GmbH hat während der FIBO 2012 angekündigt, die eGym GmbH wegen patentrechtlicher Verstöße gerichtlich zu belangen. Wie ist hier der aktuelle Stand? Wird es eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Ihren Häusern geben?

Philipp Roesch-Schlanderer: Nach aktuellem Stand kann ich dieses Szenario nicht ausschliessen.

 

F&G: Für den Fall, dass es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung käme, wie ruhig würden Sie dann noch schlafen?

Philipp Roesch-Schlanderer: Ich gehe fest davon aus, dass wir keinerlei Patentrechte verletzt haben. Wir sind doch nicht naiv! Selbstverständlich haben wir uns schon bei der Produktentwicklung rechtlich auf den Prüfstand stellen lassen.

 

F&G: Wie definieren Sie sich? Sind Sie ein Geräteanbieter, der auch Geräte mit innovativen Softwarepaketen ausstattet? Oder sind Sie ein Softwarehaus, das Geräte mit Software bestückt? Wo liegt Ihr Hauptfokus?

Philipp Roesch-Schlanderer: Ein modernes Produkt von heute ist immer eine Kombination aus beidem. Unser Ziel ist es, unseren Kunden die besten Geräte für die beste Trainingserfahrung ihrer Mitglieder anzubieten. Dafür haben wir eigens die Premiummarke Zero Gravity unter dem Dach der eGym kreiert.

Zero Gravity soll sich mittel- und langfristig als Synonym für die besten Kraftgeräte im Markt etablieren. Denn nur, wenn das Training sicht- und spürbar besser wird, erzielt der Studiobetreiber einen nachhaltig höheren betriebswirtschaftlichen Erfolg.

In der Tat arbeiten wir darüber hinaus an einem völlig neuartigen, komplementären Softwarekonzept – wir nennen es auch „eGym Cloud“, das die User-Experience in eine komplett neue Dimension führen wird.

 

F&G: Auf der FIBO 2012 haben Sie acht Krafttrainingsgeräte präsentiert. Liebe Frau Görlach, wie war denn die Resonanz der Messe-Besucher auf Ihre Produkte?

Christin Görlach: Wir waren sehr zufrieden – sowohl mit der Zahl der Besucher auf unserem Stand als auch mit den Bestelleingängen.

Klar, da spielte natürlich der Reiz des Neuen mit rein: Über eGym hatten viele bereits im Vorfeld gehört und wollten sich einfach selbst vor Ort ein Bild machen.

 

F&G: Bleibt es bei den acht Geräten oder planen Sie die Krafttrainingsgerätelinie auszubauen?

Philipp Roesch-Schlanderer: Wir planen, ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres ein Vollsortiment aus insgesamt 18 Kraftgeräten anzubieten.

 

F&G: Die ersten Auslieferungen, beispielsweise in der Injoy Station in Dortmund (siehe Vorstellung des Konzepts auf Seite 75 in dieser Ausgabe) sind ja bereits gelaufen. Sind Sie mit der aktuellen Auftragssituation zufrieden? Liefern Sie auch bereits ins Ausland?

Philipp Roesch-Schlanderer: Wir sind mehr als zufrieden. Das mögen Sie bereits daran ablesen, dass wir zwischenzeitlich unsere Produktionskapazitäten ausweiten mussten, um die große Nachfrage bedienen zu können.

Wir sind inzwischen soweit, dass wir auch nach Österreich und in die Schweiz liefern können. Im Laufe des kommenden Jahres wollen wir dann in das nächste Land gehen.

 

F&G: Können wir davon ausgehen, dass Sie sich auch als Komplettanbieter positionieren wollen und in Zukunft auch eigene Cardiogeräte anbieten werden?

Philipp Roesch-Schlanderer: Das Thema Cardio ist für uns außerordentlich spannend und befindet sich derzeit in der Konzeptionsphase. Wir werden diese Geräte mittelfristig anbieten, d. h. nicht mehr in diesem Jahr.

Wenn wir Cardiogeräte anbieten, dann nur mit dem Anspruch unserer Kraftgeräte: der Technologieführer zu sein.

 

F&G: Als Newcomer hat man einige Probleme zu lösen. Insbesondere wird es unsere Leser interessieren, ob denn ein bundesweiter Service organisiert ist und wie die garantierten Reaktionszeiten bei einem Geräteausfall sind?

Philipp Roesch-Schlanderer: Natürlich haben wir dieses Thema von Anfang an in der Vertriebs-Planung mit berücksichtigt. Unser Außendienst ist regional organisiert und gewährleistet einen bundesweiten Service. Wir zielen auf eine Reaktionszeit von zwei Werktagen, in der Praxis liegen wir momentan sogar unter einem Werktag.

 

F&G: Ihre innovativen Softwarelösungen sind, so haben wir es verstanden, letztlich das Alleinstellungsmerkmal in Ihrem Konzept. Was macht Ihre Softwarelösung einzigartig und welche Vorteile bietet sie dem Clubinhaber und dem Trainierenden?

Philipp Roesch-Schlanderer: Mit unserem eGym-System verfolgen wir einen integrativen Ansatz aus Hardware – dem vollelektronischen Gerätezirkel – und unserer selbst entwickelten Software. Daraus ergeben sich drei Vorteile:

1. Das eGym-System ermöglicht Trainingsmethoden aus Leistungssport und Wissenschaft für effektiveres und gesünderes Training.

2. Unsere Maschinen zeichnen alle Leistungsdaten, die im Training anfallen, in hoher Detailstufe auf und laden sie automatisch auf unsere Website www.egym.de hoch. Dort sind die Daten für Trainer und Sportler sofort verfügbar und ermöglichen eine tiefgehende Analyse.

3. Die komplette Trainingsplanung lässt sich auf der eGym-Plattform erstellen. Wenn sich ein Sportler gezielt auf eine besondere Herausforderung – z. B. einen Alpencross auf dem Mountainbike – vorbereiten möchte, passt er den Trainingsplan per Internet ganz einfach an die veränderte Belastung an. Im Studio wird der Sportler von unseren Zero-Gravity-Maschinen sofort erkannt, alle Einstellungen erfolgen automatisch.

Die eGym-Plattform lädt zudem zur Interaktion mit Freunden ein – Stichwort Social Media –, so dass neben dem Trainingserfolg auch der Spaß nicht zu kurz kommt. Für das Studio entsteht so ein zusätzlicher und kostenloser Marketingkanal.

Effektiveres und gesünderes Training, mehr Spaß und optimale Organisation der Sportler – davon profitiert letztlich das Studio, und das ist natürlich auch unser Wachstumstreiber.

 

F&G: Sie bieten zukünftig zusätzliche Software-Module als Abonnement für Trainierende an. Warum denken Sie, dass das Zubuchmodell für alle Beteiligten von Vorteil ist?

Philipp Roesch-Schlanderer: Unser Ansatz ist ein völlig neuer: Wenn man bei eGym die Zero-Gravity-Geräte kauft, dann geht die Zusammenarbeit erst los. Regelmäßige Software-Updates, die auf allen auch bisher schon verkauften Geräten direkt vorhanden sind, machen das Studio ständig besser. Die zusätzlich möglichen Buchungen bedeuten, dass der Sportler ein effektiveres Training durchführen kann und der Studiobetreiber eine Zusatzeinnahme hat.

Wir sehen genau, wofür der Markt bereit ist zu bezahlen und richten dahingehend unsere Weiterentwicklung aus. Ein Sportler, der die Zubuchungen nicht möchte, kann selbstverständlich auch weiterhin ganz normal an unseren Geräten trainieren. Dennoch ist es unser Ziel, die Sportler, die bereit sind, für Mehrwert auch zusätzlich zu bezahlen, wie ein Magnet zu unseren Kunden zu ziehen. Schließlich sprechen wir hier über die Gesundheit der Menschen, also eines der wichtigsten Themen im Leben. Und durch das eGym-System erhalten sowohl der Sportler als auch der Studiobetreiber einen gewaltigen Mehrwert.

 

F&G: Social-Media ist in der Branche zwar bekannt, jedoch setzen sich aus unserer Sicht immer noch zu wenige Inhaber mit diesen Themen aktiv auseinander. Wie holen Sie den Clubinhaber ab, damit er Ihre Konzepte versteht und sich mit diesen auseinandersetzt.

Philipp Roesch-Schlanderer: Ich glaube, das ist gar nicht so schwierig, denn welche Zusatznutzen interaktive Services bzw. Social-Media-Apps bieten, lässt sich ja ziemlich schnell und eindrucksvoll demonstrieren. Das wollen wir den Studiobetreibern vermitteln und denken über spezielle Veranstaltungen für sie nach.

„Schulung“ ist in diesem Zusammenhang vielleicht ein bisschen hoch gegriffen, aber wir wollen schon die Bedeutung, die Internet-gestützte Anwendungen gerade auch im Club erlangen können, plastisch machen. Letztlich steht dahinter für den Inhaber eine zusätzliche Marketing- und Erlösquelle.

 

F&G: Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe? Sind für Sie alle Arten von Fitness-Studios als Kunden interessant?

Philipp Roesch-Schlanderer: Wir zielen schon auf die Premiumanbieter, denn unser Konzept funktioniert nur mit Betreuung. Unser Produkt soll dabei unterstützen, die Leistungsmerkmale des Premiumanbieters zu betonen und damit zu einer Art „Magnet“ für ihn werden. Wenn Sie so wollen, helfen wir dabei, Premiumkunden ins Premiumstudio zu holen.

 

F&G: Sicherlich sind Ihre Produkte nicht nur im Fitnessbereich einsetzbar. In welchen Marktsegmenten, außer dem klassischen Fitnesssektor, werden Sie Ihre Produkte zusätzlich vermarkten?

Philipp Roesch-Schlanderer: Wichtig ist für uns, dass wir fokussiert bleiben. Darum konzentrieren wir uns aktuell nur auf den Fitnessmarkt.

Dieser Markt ist unheimlich zukunftsträchtig, und da ist noch sehr viel möglich.

 

F&G: In Zeiten von Basel II und Basel III wird es immer schwieriger ausreichende finanzielle Mittel für Investitionen von den Kreditinstituten zu erhalten. Welchen Support können Sie Ihren Kunden bei der Finanzierung anbieten?

Philipp Roesch-Schlanderer: Wir arbeiten sehr eng mit Partnern aus dem Leasingbereich zusammen. So können wir in fast jeder Situation eine maßgeschneiderte Finanzierung sicherstellen.

 

F&G: Wir danken Ihnen herzlich für das Interview!

« zurück

© F&G - Fitness & Gesundheit 2018